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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 416 BRAUCHTUM UND GESELLIGKEIT reren Neujahrstagen mit leichten Modi kationen und Ergänzungen vorgetragen wurde (vgl.Kap.4).DietatsächlichenBezügeaufdenJahreswechselbeschränkensichaufkurze FloskelnzuBeginnundamEndedesLieds: 13 ieztmues iaufherrn,meingsängl isaus, ibinhaltganznärrisch,meimachtsnurnixdraus, villeichthaniglogn,vileicht isnitwahr, iwünschengmitainwortäglücksäligs jahr.35 WährendSparrysNeujahrsliedervonbesoldetenStiftsmusikernvorgetragenwurden, ist das Neujahrslied des bereits erwähnten Leoganger Bauern Thomas Hirschbichler eines derrarenausdem18.JahrhunderterhaltenenBeispieleeinestatsächlichimDorfkontext entstandenen und verwendeten Brauchtumslieds, das aus der Feder eines namentlich bekannten‚ Volksdichters` stammt.Esbeginntmiteinerselbstre exivenAusdeutungder Aufgabe eines ‚ Ansingers`, der aus nachvollziehbaren Gründen sein Publikum nicht ge- gen sich aufbringen kann, will er entsprechend entlohnt werden, der aber zugleich aus demAufzeigenvonFehlverhaltenUnterhaltungschaffensoll: 1 NachallmeinFürnehmä, sobin i jetztda, iwünschenkhalt rechtgernvielZoigzumnoinJahr. Wanninurgradwissat,was jedergernhett, damit ibeyan jedenaEhraufhöbnthet. 2 Waswill imikümmern,obs jedenthutgfalln, sonstmöchtensmigar indenFaschingsbriefmahln. Istniekainergwesen,demallsgfallnhat recht; imachmeinWunschfort,gfallts enkwohloderschlecht.36 1,1Fürnehmä]Absicht,Ansinnen1,3wissat]wüsste1,4Ehraufhöbn]Beifall nden2,2 indenFaschingsbrief mahln]alsNarrzumFaschingsgespöttwerden Die nächsten 14 Strophen nehmen sich einzelne Berufsgruppen und Charaktere vor, die mit Lob und zuweilen auch mit leisem Spott bedacht werden, und wurden wohl aufdas jeweiligePublikum abgestimmt.Vomaufmüp gen UntertonseinesKartenspiel- Lieds(sieheKap.3) lässtHirschbichlerhierweniganklingen.Witzigerwirdes,wenndie SpracheaufdenAnsingerselbstkommt: 17 Mirextrawünsch iänStadlvollGeld– diehalbWeltzumWiesách,diehalbWeltzumFeld. Gutzessen,gutz trinkenvielFreudundkainNeid unddaßmirkoanMenschkoanschlechtsWortniemágeit.37 17,1 Stadl]Scheune17,2 Wiesách] (Berg-)Wiese17,4 geit]gibt 35 MusikarchivKremsmünster,G44/785. 36 Wien, Gesellschaft der Musikfreunde VI/27.474, Oberösterreich, VII. Heft, Salzkreis, 33.c.; zitiert nach Haid/Hochradner,LiederundTänzeum1800,S.209. 37 Ebda.,S.211.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800