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LIEDERLICHE LIEDER UND ANDERE ANSTÖSSIGE TEXTE 505
Abb.44:Titelblatt einerFlugschrift,um1790
(Foto/Quelle:ArchivderStadtLinz,Samm-
lungKlier55/4 33).
zweite Lied ist nur vordergründig das Arbeitslied, das man erwartet: Buema wer Dre-
schen kann bewahrt zwar grundsätzlich die Form des Hypotexts, eines traditionellen
Drescherlieds, das uns durch die Sonnleithner-Sammlung von 1819 aus dem nieder-
österreichischen Thernberg bekannt ist.55 Die Szenerie der Drescharbeit bleibt ebenso
erhalten wie die ausgeprägte Rhythmik, die die Arbeitsbewegungen regeln soll, wie vor
allem im weitgehend sinnfreien Refrain deutlich wird. Doch rasch wird klar, dass es in-
haltlichumHandfesteresgeht:
1
BuemawerDreschenkan,
jetztgehtdasdreschenan,
gemainsNachbarnHaus,
dreschendenHabernaus,
geltdudreschtä,
halt ja imoanä,
eydastihaltä. 2
DieBäurinhat2.Diern,
thamas inStadl führen,
dieBrüst seyndhocherhoben,
dieBuemathansselbst loben,
geltdudreschtä,
halt ja imoanä,
eydastihaltä.
55 Vgl.Deutsch/Haid/Zeman,DasVolkslied,S.68f.,diedasLiedmitNotenabdrucken.
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Buch Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte"
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Eine andere Literaturgeschichte
- Titel
- Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
- Untertitel
- Eine andere Literaturgeschichte
- Autoren
- Christian Neuhuber
- Stefanie Edler
- Elisabeth Zehetner
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20630-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 652
- Schlagwörter
- Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen