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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 518 KÖRPER UND SINNLICHKEIT haltet die Handschrift insgesamt 380 Gstanzl ganz im Stil der Spittelberger Lieder, von denen sich einige dort auch wieder nden; andere haben sich, wörtlich oder variiert, bis heuteimVolksgesangerhalten.KaumeineSpielartder(heterosexuellen)Sexualitätwird ausgespart,LaszivesungeniertmitFäkalzotenundwitzigemUnsinnkombiniert: 177 WanniwissatdaßderBuekam,dat i s'Pumperlwaschen Undwanniwißatdaßernitkamthat ihsdrecki laßn. 183 So legdinurzuha, so legdinurher Undz'erstwuzelnurd'Duterloftgeigmirechther. 269 Undwanstmirsnitglaubstundmeinst ih treibeinScherz SozündtbeimArscheinLüftl anundschaumir inmeinHerz. 373 DasMenschhabibeymArschertappt Die litt esganzgeduldig DreiSeitlWeinhabig'habt HerrWirthwasbin i schuldig.82 177,1 wissat] wüsste dat] täte Pumperl] Vagina 183,1 zuha] herzu 183,2 wuzel] drücken und drehen Duterl] Brüste Besonders beliebt waren, weil sie die Autorität der Kirche und deren wütenden Kampf gegendieseAuswüchsederSpaßsubkultur83 unterminierten,untergrif g-ordinärePfar- rer-Gstanzlwiediese: 193 UndunserPfarrerhaustanitübel danner fögelt seinKöchinundscheistaufd'Bibel. 194 DerPaterVikaridermachtsnita so Denndervögelt z'erstd'Köchinoft leckter ihrsLo. 195 Oft steckter ihr'nanovonhintenhinein, Unddaschreit engd'Köchinwassolldenndassein?84 194,1Vikari]Vicarius,Vikar: InhabereineskirchlichenHilfsamtes,StellvertreterdesPfarrers194,2oft]dann, danach195,1 ano]auchnoch195,2 eng]euch(hier imSinneeinerBekräftigung) Bei all der geballten Drastik dieser – wie Müller-Kampel pointiert formuliert – „ ‚ Lust- spiele` en miniature“ 85 überraschen Strophen, die etwas zartere Töne anschlagen und sexuelleHandlungennichtnurals lustvollenphysischenVorgang,sondernauchalsAus- druckeiner liebevollenPaarbeziehungzeigen: 82 Wienbibliothek imRathaus,HIN55795,Teil2, f. 135v,136r,158r,175r. 83 Vgl. etwa für den Salzburger Raum die Ausführungen und Belegstellen bei Thomas Hochradner: Musika- lische Volkskultur in Salzburg vomspäten 18. Jahrhundertbis 1848. In:Gerlinde Haid/Thomas Hochrad- ner:Volksmusik inSalzburg.LiederundTänzeum1800ausderSonnleithner-SammlungderGesellschaft der Musikfreunde in Wien. Mit einem Beitrag von Sabine Veits-Falk und Alfred Stefan Weiß und unter Mitarbeit von Walter Deutsch und Annemarie Gschwantler hg. v. Salzburger Volksliedwerk. Wien/Köln/ Weimar:Böhlau2000. (CorpusMusicaePopularisAustriacae12)S.13– 155,hier76ff. 84 Wienbibliothek imRathaus,H. I.N.-55795,Teil2, f. 37r. 85 Müller-Kampel,Komik inVersundReim,S.172.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800