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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
Seite - 535 -
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FENSTERLN, GASSLGEHEN, WERBEN IN LIED UND SCHAUSPIEL 535 1,1 dickwampets]dickbäuchig,mollig Noch drastisch-witziger fallen sprachlicher Kontrast und zwischenmenschliche Diffe- renzen in einem etwas späteren Gesprächslied zwischen einer Kuhmagd und einem ‚ Stadtherrn` aus, dessen abgeschmacktem Süßholzgeraspel eine äußerst derbe Abfuhr erteiltwird: 1 LieberkleinerschönerEngel DichalsGöttinbeth ichan, Denndukannstgeben MirdasLeben LöschemeineLiebes amm! Trudelhaßi Undnitwas i WasaGöttin is füraThür. Sagst,deinHerzbrinnt– hastesanzündt– treibstdenNarrengarmitmir FüranLappen,willst ihmfoppen Willstmihab'n isdasdeinGruß I thusdir rathen SpardirdenAthen Weil i anAffendiheißenmuß. [...] 5 Nunsohöre Was ichschwöre DubistSchuldanmeinenTod Ichmußsterben Undverderben InderbitternLiebesnoth. HaltdiGoschen UndlaßdeinPlauschen Dubist janorecht frischundgsund Willstmibethören MitdeinemSchwören, DaßdukrepirstalswieaHund. Kannstdihänken Undertränken Mir liegt jagarnixdran MeingroßerPeter PotzDonnerwetter DerpaktdiSachganzandersan.122 1,6 haß]heiße1,7 was]weiß5,7 Goschen] (derb für)Mund,Maul5,8 Plauschen]Gerede Der Zorn des Mädchens über die hohlen Liebesphrasen ist nicht ganz unverständlich, immerhinwardie‚ Unschuld`ineinerGesellschaftmitrigidenSexualnormenoftdasein- zige Kapital, das es in eine potentielle Ehe einbringen konnte. Natürlich versuchte man auch mit Liedern der Verführbarkeit entgegenzusteuern, indem man abschreckende oder motivierende Beispiele benannte. Eine Warnung, sich vor zu schnellen Zusagen zu hüten, bringt der angeblich aus dem Zillertal stammende, in recht unterschiedli- chen Fassungen im gesamten Alpenraum verbreitete Bürgäl gesang, in dem die Magd Notburga ihrem Dienstgeber von ihren Enttäuschungen in Liebes- und Geldhändel be- richtet: 7 IstdasderdankhfürdasBändlhossenwaschen, wievielkiertäwökhlhab ich imschageben, z letz thuedtermirandenallergröstenspodt, solchädingämachänaeinäverwegen, 8 FassungmitNotenliefertEmilKarlBlümml(Hg.):DieLiederhandschriftdesWeingartnerBenediktiners P. Meingosus Gaelle aus dem Jahre 1777. Als Beitrag zur Geschichte des geistigen und studentischen Le- bens an der Benediktiner Universität Salzburg. Wien: Ludwig 1912, S.71, führt dabei allerdings nur die Singstimmean. 122 Wienbibliothek imRathaus,H.I.N.55795,Teil2, f. 39r– v,41r.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800