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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 550 FEHDEN UND FEINDSCHAFTEN 7 HErr,wieduwilt, sogibmidrein, Beydirwill i verbleiba, IwillmigerndemWilledein Gduldigunterschreiba. 8 Mues iglei fort, inGottesNam, Unwirdmirallsgenomma, SowoaßiwoldieHimmelCron Wer ionmalbekomma. 9 Somues iheutvonmeinemHauß, DieKindelmues i losa, Mein GOttes treibtmiZähreraus ZuwandernfremdeStrosa: 10 Mein GOTT führmi inaneStodt, WoideinWortkanhoba, Darinwill imi frühunspot InmeinenHertzel loba. 11 Soll i indiesemJammerthol Nochlänger inArmuth leba, Sohoff ido, GOttwirdmirdort EinbessreWohnunggeba.8 2,2ahsoganga]auchsogegangen3,2rasa] reisen4,3momigleig]manmichgleich9,2 losa] lassen9,3Zäh- rer]Tränen In dieser dialektalen Gestalt wurde Schaitbergers (trotz ihrer zweifelhaften Genese bis heute vielzitierte) Hymne in einer gehässigen Entgegnung von katholischer Seite par- odiert, die im Vergleich zur Vorlage sprachlich authentischer gestaltet ist und einen Perspektivenwechselvollzieht. IndemderExulanthiernichtselbstderSprechende,son- dern der Angesprochene ist, erscheint das Lied als direkte Antwort (besonders deutlich in der letzten Strophe). Dabei wird der Vertriebene nicht nur mit bissigem Spott be- dacht(derzugleichauchLuthertreffensoll),sondernalsIrrläuferauchfürseinSchicksal selbst verantwortlich gemacht und in seinem Unglück verlacht. Der Text ist, soweit be- kannt, lediglich durch den Salzburger Landeskonservator Vinzenz Maria Süß (1802– 1868) überliefert, der ihn in die nur im Manuskript erhaltene Nachlese zu seiner Volks- liedsammlungaufnahm: 1 HiazbistanårmarExilon Muaßt fortauf frembdaStråssen HättstböttnehndaGottundHean Easolltdinitvalåssen. 2 EawaschonkemanendaNoth Hättstdudieamdageben Dudurfstnit leid'nansötlanSpott Undhättsta ruaögsLeben. 3 Hättstdunog'folgt, sowoaßig'wiß Aßwadanit sogånga; KunsteinNachfolgaChristi seyn, UnddåswaseinValånga. 4 HiazmuaßtålswieraPilgeramb Armbselig furtmaschiaren, Wastbliebeneh'banrechtenWeg Dumegstdinitverirren. 5 DaßdudesLuthersLehrbekent Darfstdiwolbilla schama, DrumbwannmadianKetzanennt Låßdanixåndas trama. 6 Kettnundbandl, a schenöEa UmbLuthersWillendulden dåshåtgemåchtdein falschöLea FrågneamanåchVaschulden. 8 Ebda.,S.127– 129.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800