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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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KONFESSIONELLE AGITATIONSTEXTE 565 empfangensganz freundlich,undwünschenenkGlück, dasdankenkderTeufel, ichhaltsgarnötmit. 3 AuftragensenksFressen,döGänßschmecktmawohl, habnWeindazugsoffen, seyndwordensternvoll, ofthabnssöshaimgführt,wied'SäuaufdenWagen, habsnieäsogsehen,kannswarläwohlsagen. 4 InSamarey istäWeber,der istderPastor, derkanngargutpredigen,undstellt einsgleichvor, daßsiedaswahreLichthabn,undnacher istsaus, aft steigtvonderKanzeldieWeber lzlaus. 5 DaßsiedaswahreLichthaben,wiesglaubenundsagen, siehabensausallerhandLänderz'samtragen, sie sehenaufgehendenhelliechtenStern, weil ihrMartinLutherhat thanind'Latern. 6 JetzthabnsnokainTemplundakeinBetthaus, gehtkainer inKirchä,bleibnallezuHaus, zuHaushabensaPredig,undafalscheLehr, vomTeufelundLutherkommtallesdaher. 7 DieBibel thuns lesenalswieaklainerBue, meinBruderesghörtnochwasmehrersdazu, thund'Bibelverfälschen,zletztglaubtskainermehr, thund'Heiligenverachten,undlassen ienkainEhr. 8 Ichwillnurgernsehn,obsie sowernbleiben, eswernhaltdasGspielaufshöchstenotreiben, bisdäKaiserwirdsehen,dasDing istnötrecht, aftmeine liebeBaurnwirdsseynmitenkschlecht.34 1,1 enk] euch 1,2 Landl] volkstümliche Bezeichnung für das oberösterreichische Kernland, etwa zwischen Wels, Vöcklabruck und Gmunden 1,4 zum Plunda] Bekräftigungs oskel 2,1 Wels] oberösterreichische Stadt an der Traun Geimayr] Wirthaus in Wels, im Dezember 1781 Sammelpunkt der Protestanten zur Registrie- rung3,3 ofthabnssös]dannhabensie sie4,1 Samarey]St.Marien(Dorf südlichvonLinz)4,4 aft]dann Die beiden Lieder von bescheidener literarischer Qualität stammen sicher nicht von Lindemayr; sowohl inhaltliche wie formale Gründe sprechen deutlich gegen seine Au- torschaft. Dass der Lambacher Mönch von Nicolai genannt wird, unterstreicht jedoch seine Bekanntheit als Verfasser von Schmähgedichten im Dialekt mit Protagonisten aus dem bäuerlichen Umfeld. Gerade in den Anfängen der freien Religionsausübung schei- nenvieledavonimUmlaufgewesenzusein,umgegendenÜbertrittzumevangelischen Glauben Stimmung zu machen und den unveränderten Vorrang der katholischen Kir- che herauszustreichen. Spottlieder wie das gleichfalls im oberösterreichischen Raum entstandene Heundt mues ich enkh ja nu was neues däzöln belegen eindrucksvoll die anhaltende Diskriminierung der ‚ Akatholischen`, indem es über das fehlende Geläute 34 Ebda.,S.179f.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800