Seite - III - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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V o r w o r t « (f|urch vergessene Lande will ich wandern, durch die $§?! nordöstliche Steiermark will ich führen. Es ist ein gar herrliches Land zwischen dem mächtigen nördlichen Grenzwall der Steiermark, dem in der majestätischen Architektur des Urgebirges aufragenden langen Wechsel-zuge und dem fruchtreichen, breiten Thalboden der Raab, das wir durchwandern wollen. Aus tausend dem Wechsel entspringenden Quellen bilden sich rauschende Bäche, und diese wieder sich ver-einigend, reissende, wildschäumende Flüsse. Aus dunklen Waldschluchten brechen sie hervor mit trotzigem Jugend-muth, die Kinder des Hochlandes, und bahnen sich den Weg durch schauerliche Felsenklammen. Weit hinauf an den Hängen flüchteten die lärchengezimmerten Höfe der Aelpler, ihre zierlichen Schmalgiebel dem Sonnenlichte zuwendend, vor den wilden Fluthen, die schützend die Felsenmauern umtosen, auf welchen vor Jahrhunderten Edelgeschlechter ihre Stammburgen bauten. Und allmälig erreichen sie den sonnigen Thalboden, wo sie, ruhig hin-wogend, das reiche Ackerland befruchten. Es ist ein grosses Bild der Steiermark in engem Rahmen! Auf den herrlichen Alpenmatten weiden die Heerden, und in jauchzender Lust hallt der Jodler der Sennerin von Schwaig zu Schwaig, und in der Stille des Hochwaldes knallt die Büchse des Jägers, und im Todessprunge endet der König des Waldes, der stolze Edelhirsch, sein freies Leben. Auf den Höhen balzt der Schildhahn und schwebt der Geier, und aus den
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918