Seite - 25 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 25 — Krieg erklärten, weil er ihnen den damals sechsjährigen König Ladislaus nicht auslieferte. Im Jahre 1469 brachen in Folge der Ritterempörung unter Führung Andreas Baumkircher's, der bekanntlich vom Kaiser Friedrich IV. vergeblich die Zahlung grosser Soldrück- stände gefordert hatte, wieder schlimme Zeiten über die steirische Ostmark herein. Anfangs Februar 1469 überfiel Baumkircher eine Reihe Märkte und Städte der Steiermark, darunter auch Fürstenfeld, Hartberg und Feldbach und belegte diese Orte mit den Söldnern des steirisehen Adelsbundes. Aber schon am 6. Februar erfolgte das kaiserliche Aufgebot gegen die aufrührerischen Edlen, doch erlitten die kaiserlichen, zur Wiedereroberung der besetzten Orte ausgesandten Söldner, meist empfindliche Niederlagen, so insbesondere unter den Mauern Fürstenfelds, und es war der Ausgang des Streites nicht abzusehen, als das tragische Ende Baumkircher's am 23. April 1471 eintrat. Im Jahre 1473 durchzog wieder die Pest verheerend die ganze nordöstliche Steiermark vom Raab- thale bis zum Wechsel. Im Jahre 1480 fiel das Heer des Königs Mathias Corvinus von Ungarn in Steiermark ein und wurde am 12. Mai die Stadt Fürstenfeld erstürmt, geplündert und niedergebrannt, und erst 1491 wieder den Kaiserlichen übergeben. Sieben Jahre später wiederholten sich diese Einfälle und unter Führung des Sohnes Andreas Baumkircher's, Wil- helm (Pemkirch), verheerten und brandschatzten die Ungarn, nachdem sie Hartberg vergeblich belagert hatten, das ganze Vorauer Viertel in entsetzlicher Weise. Zu allem Uebel gesellte sich 1497, und zwar namentlich um Hartberg, wieder die Pestseuche. Auch das 16. Jahrhundert wurde besonders ver- derblich für die nordöstliche Steiermark. So erschien schon in den Jahren 1503—1505 wieder der schwarze Tod in der östlichen Steiermark. Dagegen haben wir im Jahre 1504 die Gründung des Augustiner-Chorherren-Stiftes zu Pöllau zu ver- zeichnen. Bald hierauf erschienen als grausame fanatische Feinde die Türken an der Lafnitz, die im Vereine mit ungarischen Frei- beutern von 1529-1708 keine Gelegenheit vorübergehen liessen, ohne in die nordöstliche Steiermark verheerend einzufallen.
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918