Seite - 130 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 130 — Bienenzucht-Vereines; Verschönerungs-Verein.— Jahr- und Vieh-märkte: 14. Februar (Valentinimarkt) am Palmsonntag, 8. Mai (Kreuzmarkt) am Montag nach Frohnleichnam, am Montag nach Maria Heimsuchung; 10. August (Laurenzimarkt); 28. October (Simoni-Judi-markt); 10. November (Martinimarkt). Gleisdorf, grosser Markt mit 164 Häusern und 1900 Einwohnern, Sitz eines k. k. Bezirksgerichtes sammt Steueramt, der Bezirksvertretung, des Bezirksschulrates, einer Gemeinde- Sparcasse, eines Doctors der Medicin und zweier Chirurgen, sowie einer Apotheke; 4classige Volksschule. Der aufblühende, ungemein belebte Markt (siehe Seite 131) liegt malerisch am linken Ufer der Raab, gegenüber der Ausmündung des Thaies der Rabnitz, die, von Nordwesten kommend, sich hier in die Raab ergiesst, auf dem sanft abdachenden Vorgelände des öst- lich Gleisdorf überragenden Hügelzuges und präsentirt sich der schöne Markt mit seinen zahlreichen Neubauten und den weithin sichtbaren zwei Kirchen überaus stattlich. Gleisdorf als Eisen- bahnstation bildet heute die Central- und Sammelstelle für den Frachten- und Personenverkehr der ganzen nordöstlichen Steier- mark und namentlich für den Obsthandel, die wichtigste Ein- nahmsquelle eines grossen Theiles der Bewohner dieses Landes- tbeiles. Eisenbahn Gleisdorf-Weiz concessionirt. Gleisdorf' ist die wichtigste Obst-Exportstation der Steiermark, speciell für die Ausfuhr des steirisehen Maschanzkers (Eisapfel). Wenn derselbe auch mehr oder minder in ganz Mittelsteier und auch in Untersteiermark, wo jedoch seine Haltbarkeit wahrscheinlich durch die Bodenbeschaftenheit und anhaltende Hitze leidet, vorkommt, so erstreckt sich die geschlossene Cultur desselben doch hauptsächlich auf ein Gebiet der östlichen Steiermark, welches innerhalb der Orte Eggersdorf, Kumberg, Weiz, Anger, Birkfeld, Pöllau, Kaindorf, Ilz, Windisch - Hartmannsdorf, St. Margarethen a. d. R. und Gleisdorf liegt. Am meisten producirt die Gegend von Weiz, Pischelsdorf und W.-Hartmannsdorf, welche als vorzügliche Obstlagen bezeichnet werden müssen. Innerhalb dieses Gebietes kommt der steirische Maschanzker in zwei Formen, in einer hochgebauten und in einer flachen Form vor, und wird erstere ihrer Schönheit wegen von Käufern vorgezogen. An Haltbarkeit sind beide gleich, und diese Haltbarkeit ist es, welche den Apfel zu einer Speculationsfrucht, zu einer Marktwaare ersten Ranges erhebt. Mit Anfang Jänner beherrscht der steirische Maschanzker den Wiener und Pester Obstmarkt, und noch im Mai, wenn kein anderes Obst
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918