Seite - 168 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 168 — cessionirte Fiaker und mehrere Privatfuhrwerksbesitzer; zweispännige Wagen per Tag 6—7 fl., einspännige 3—4 fl. — Bade-Anstalt: 5 Minuten den Weizbach aufwärts von hübschen Anlagen umgeben, befindet sich die schöne, Von der Marktgemeinde erbaute Badeanstalt mit grossem Bassin, welches mittelst einer Röhrenleitung mit dem Moosdorferischen Sensenwerk verbunden ist und dadurch beliebig erwärmt werden kann. — Vereine: Filiale der landwirtschaft-lichen Gesellschaft; freiwillige Feuerwehr, gegründet 1872; Lehrer-verein; Männer- und Frauenortsgruppe des deutschen Schulvereines; Schützengesellschaft; patriotischer Verein; Turnerriege; Gabelsberger Stenographen-Club; Gesangverein (im Entstehen); Jagdgesellschaft; Marktverschönerungs -Verein und Fremdenverkelirs-Comite. Weiz (siehe Seite 169), Markt mit 160 Häusern und 1700 Einwohnern; 478-2 M. Seehöhe. Sitz der k. k. Bezirks- hauptmannschaft für die Gerichtsbezirke Gleisdorf, Weiz und Birkfeld, eines k. k. Bezirksgerichtes sammt Steueramt, eines k. k. Aichamtes, der Bezirksvertretung, des Bezirksschulrates, einer Gemeinde-Sparcasse, einer Apotheke. Domicil eines Doctors der Medicin und zweier Chirurgen. An malerischer und teilweise auch pittoresker Lage wird Weiz kaum von einem anderen Markte Steiermarks übertroffen. Weiz liegt in dem nach dem Durchbruche der Weiz durch die WTeiz-Klamm sich erweiternden freundlichen Weizthale, westlich bis am Fusse des Götteisberges hinanziehend, nördlich von sich auftürmenden gewaltigen Bergesmassen, und östlich von der weithin in's Land schauenden, auf einer Abdachung des Landscha thronenden Weizberg-Kirche überragt, und erschliesst sich namentlich dem auf der alten Grazer Strasse Heran- kommenden ein prächtiger Blick auf den stattlichen Markt mit seinem grandiosen Hintergrunde. Die Hausbesitzer des uralten Marktes bilden drei altherkömmliche Körperschaften, und zwar: 1. Die Bürgerschaft; 2. die sieben Kurfürsten; 3. die sieben Weizerbauern, deren jede gemeinsame Besitzungen hat. Geschichtliche Daten: Weiz, zweifellos Sitz einer römi-schen Niederlassung, wird urkundlich anlässlich der Erbauung der Pfarrkirche am Weizberge 1065 und deren üotirung durch den Erz-bischof Gebhard von Salzburg zuerst erwähnt. Am 11. Mai 1188 hielt Leutold Khuenring von Gutenberg mit vielen anderen steirisehen Edlen in der Thomaskirche in Weiz eine Versammlung, und im Jahre 1200 Herzog Leopold in Weiz einen Hoftag ab. Um das
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918