Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Vor 1918
Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande
Seite - 201 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 201 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

Bild der Seite - 201 -

Bild der Seite - 201 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

Text der Seite - 201 -

— 201 — schieleiten und in gleicher Axe taucht darüber am fernen Horizont die mächtige Riegersburg auf, aber weiter schweift noch der Blick bis Güssing in Ungarn und dem Gleichenherger und Stradner Kogel. Um das Jahr 1377 starb das Geschlecht mit Friedlein von Schilhnleyten aus. Die Sage knüpft an die Mauern dieser Burgveste folgende Legende: Die letzten beiden Sprossen der Schieleitner, der •ernste ältere Kadbod und der jüngere Bruder Friedlein waren Jugend-gespielen der schönen Gisela von Herberstein und hatten die Eltern der Kinder schon frühe die Verlobung Radbod's mit Gisela beschlossen. Aber immer mehr neigte sich die Gunst Gisela's dem fröhlichen jün-geren Bruder zu und als ihr einst in Gegenwart beider Brüder der Beschluss der Eltern mitgetheilt wurde, da bekannte die schöne Gisela offen ihre Liehe zu dem blondlockigen Friedlein. Da loderte jedoch hell auf der Hass Radbod's gegen seinen begünstigten Bruder, und er sann auf Rache. Nicht lange darauf waren die Brüder heim-gekommen, als Radbod Friedlein einlud, den mächtigen Eber zu besichtigen, der im Keller in einem grossen Kessel gekocht wurde; arglos folgte Friedlein dem Rufe des Bruders, aber als Friedlein am Rande des Kessels stand, stiess ihn Radbod in die brodelnde Fluth, die ihn sogleich verschlang. Der Kessel wurde sammt dem Ermordeten sogleich im Keller vergraben. Radbod fand jedoch weder Ruhe noch Rast und schenkte alle seine Güter dem Templerorden zur Sühne des Brudermordes und zog sodann nach Palästina, von wo an er verschollen blieb. Vor circa 92 Jahren fand man tatsächlich in dem Keller der Burg einen riesigen eisernen Kessel mit dem Gerippe eines Mannes. — Vom Templerorden kam die Burg an die Pfeilberg, Ritter von Ruepp und später an die Rindscheidt, von welchen sie wieder 1630 an Karl Graf Saurau und 1694 an Georg Andreas Graf von Wurmbrand durch Kauf überging, welch Letzterer am 13. März 1698 ein Fideicomiss errichtete, in Folge dessen Schieleiten noch heute im Besitze dieses alten und ruhmvollen Ge-schlechtes ist. 2. Zur Ruine Neuhaus (siehe Seite 202), 35 Minuten, weisse Markirung. Westlich an den Bauernhöfen Hofstadtier und Wilfing vorbei, durch schattigen Wald über ein rauschendes Bächlein, welches in vielen Cascaden sein klares Wässerlein dem Thale zusendet, dann an Weingeländen hinauf, zur alten Ritter- veste, 560 M. Seehöhe (Stubenberg 4 51 M.). Die trotzige Burg mit ihren riesigen Mauern und dem gewaltigen Bergfried wurde anfangs dieses Jahrhundertes durch einen Blitzstrahl zerstört, wobei sich der Besitzer Graf Wurmbrand nur durch einen Sprung aus dem Fenster das Leben retten konnte. Die Burg, hoch über der finstern Feistritzklamm, auf einst fast unzu-
zurück zum  Buch Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande"
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die nordöstliche Steiermark