Seite - 219 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 219 — sich den Namen Steinpeisshaus erhalten hat. Im Jahre 1351 erscheint jedoch schon Willing Pfundan, dem das Freihaus wahr- scheinlich von seiner Gemahlin zugebracht wurde, als Besitzer. Im Jahr 1507 starb der letzte Pfundan, Christoph Pfundan, und testirte das Steinpeisshaus seinem Vetter Bernhard von Teuffen- bach zu Mayrhofen. Das Steinpeisshaus blieb bis zur Theiluug des Teuffenbach'schen Besitzes (1591, resp. 1581) in Unter- und Ober-Mayrhofen in Stubenberg'sches Lehen, im Jahre 1719 wurden die Belehnungen durch die Stubenberg'sche Lehens- kammer neuerdings aufgenommen. Die Theilung der Herrschaft Mayrhofen erstreckt sich auch auf das Steinpeisshaus. Im Jahre 1617 verkaufte Friedrich Freiherr von Teuffenbach Mayrhofen sammt dem Freihaus zu Anger an Frau Elisabeth Freiin Wurmbrand. Nun blieb das Freihaus im Besitze der Wurmbrand bis 1701, worauf es durch Kauf an Johann Josef Freiherrn von Webersberg überging, welcher es mit der Herr- schaft Wachseneck vereinigte. Im Jahre 1760 starb Franz Christoph Freiherr von Webersberg, worauf die Herrschaft Wachseneck sammt Freihaus im Licitationswege an Johann Franz Graf v. Khevenhüller-Metsch am 30. März 1761 verkauft wurde. Im Jahre 1799 wurde jedoch dieser Gütercomplex an Carl August Fürst v. Bretzenheim und am 17. December 1806 an Ferdinand Reichsfreiherrn v. Gudenus weiterverkauft, dessen Sohn derzeit im Besitze von Wachseneck und des Steinpeiss- hauses in Anger ist. Spaziergänge. Westlich von Anger zieht sich durch prächtigen Buchenwald eine romantische, von einem starken Bache durchrauschte Bergschlucht, mässig ansteigend, dahin; links im Thalgrunde eine malerisch situirte Mühle, rechts auf den Höhen, vom Buchenwald umrauscht, die Ruinen der Wachsenecker Schlösser (siehe Seite 220), die man in einer halben Stunde von Anger aus bequem erreicht Die ältere untere Burg ist schon stark verfallen, während die jüngere, höher gelegene Burgveste in ihren Umrissen noch einigermassen erhalten ist. Aller Wahrscheinlichkeit wurde Wachseneck von dem 1214 von Muchar erwähnten Geschlecht der Wachsenecker erbaut. Urkundlich
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918