Seite - 271 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 271 — k. Convicte zu Graz; 2. des Priesters Leopold Thonner vom 26. Jänner 1653, mit einem Capital von 2000 fl. für das Armeninstitut, und 3. der Maria Amschel per 800 fl. für das Armeninstitut. Im Jahre 1751 wurde der Calvarienberg angelegt und 1756 die Stadtpfarrkirche in ihrer heutigen Gestalt umgebaut. Um das Jahr 1800 grassirte eine Typhus-Epidemie in Hartberg, die viele Opfer forderte. Am 12. December 1805 besetzten zwei Bataillons französischer Truppen mit dem Regimentsstabe unter General Dezon die Stadt, welchen am 16. Decpmber grössere Truppenmassen folgten. Wie überall, hielten die Franzosen gute Mannszucht, belegten aber die Stadt und den Bezirk mit starken Contributionen, die jedoch nur zum geringen Theil eingebracht werden konnten. Yon grösseren Folgen war für den Hartbergerbezirk die französische Invasion von 1809. Die ersten feindlichen Truppen langten am 1. Juli, 6000 Mann stark, über Ilz kommend, in Hart-berg an, und verursachten dem Bezirke einen Schaden von 15.000 fl. Die Truppen zogen jedoch bald nach Aspang ab; die Durchmärsche dauerten bis 25. Juli, kleine Abtheilungen Franzosen durchzogen jedoch Ilartberg bis November. Die Hartberger Section hatte zur Landes-Ivriegscontribution nicht weniger wie 100.000 fl. beizutragen. In dieser drangvollen Zeit zeichnete sich der herrschaftliche Anwalt Anton Rochel, wie der Syndicus Jakob Koschaker durch energischen, zähen Widerstand gegen die Kriegscontributionen aus. Namentlich Rochel's Verdienst war es, dass manche auferlegte Contribution unerfüllt blieb; zuletzt schleppten ihn die Franzosen gefangen weg, doch der Einschüchterungs-versuch misslang und wurde Rochel bald wieder freigegeben. In edelster Weise feierte Hartberg das grosse Friedensfest von 1814, unter Verzichtleistung auf alle prunkvollen Festlichkeiten, durch Veranstaltung einer Sammlung zur Errichtung eines Gemeindespital es. Von besonderer Wichtigkeit für die Besserung der ungünstigen sanitären Verhältnisse Hartbergs war die 1839 durchgeführte Ent-sumpfung der südöstlich von der Stadt gelegenen grossen Mooswriese. Im Jahre 1845 erfolgte die Gründung der Gemeindesparcasse. Im Jahre 1850 wird das Ungarthor und 1872 das Grazer Thor (siehe S. 281) abgetragen. Im Jahre 1870 erfolgte die Errichtung der Bürgerschule in Hartberg und 1877 wird eine öffentliche Schwimm-und Badeanstalt erbaut. Im Jahre 1878 wird für Erwachsene ein land-wirtschaftlicher Fortbildungscurs errichtet, am 1. December 1883 feierlich das grosse öffentliche Krankenhaus, und am 1.September 1887 das Landessiechenhaus eröffnet. Im Jahre 1880 erhielt Ilartberg die schönen öffentlichen Parkanlagen und Trottoirs, in diesem Jahre erfolgte auch der Ausbau des Rohruetzes der Wasserleitung.
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918