Seite - 300 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

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— 300 — im Besitze gehabt haben. Im 18. Jahrhunderte war es im Besitze der Auersperg, ohne dass es jedoch bekannt ist, wie und wann es an dieses Geschlecht kam. Im Jahre 1795 verkaufte Siegmund Graf Auersperg die Herrschaft an Josef Neubauer und dieser wieder 1S10 an Hieronymus Wolf, dessen Familie noch jetzt die Herrschaft besitzt. Von Kirchberg (Schlosstaverne) führt der Weg die Höhe hinan, um sich auf derselben mit dem grün markirten Weg zu vereinen. 3. Hartberg -Grafendorf-Eichberg -Beigütel-Vorau, gelb markirt, von Grafendorf bis Beigütel. Dieser Weg ist am unbeschwerlichsten und nahezu am schönsten, wenn auch etwas weiter. Man erreicht Eichberg von Grafendorf in 1 Stunde. Das Schloss Eichberg ist seiner Lage wie seiner Bauart nach das interessanteste und schönste unter den drei zwischen Hartberg und Vorau liegenden Schlössern. Das ausgedehnte Schloss liegt auf stattlicher Höhe mitten im Waldgebirge, auf einem kleinen, nach drei Seiten steil abdachenden Plateau und macht mit seinen Vor- und Zubauten, Thürmchen und unregelmässigen Fenstern und Lucken einen überaus male-rischen Eindruck. Ober dem ersten Schlossthore zeigt sich die Jahreszahl 1715. einen späteren Umbau bezeichnend, weit älter ist der südliche Gebäudecomplex, welcher im Viereck einen engen Hofraum umschliesst. Beide Tracte trennt ein grosser Hofraum. An den westlichen Flügel des älteren Schlosses lehnt sich die erst später angebaute Kapelle mit Thürmchen. Die Gruft dieser Loretto-Kapelle, welche jetzt zur gräflich WimpiFsclien Familiengruft be-stimmt ist, barg bis vor zwei Decenien die Särge der alten Besitzer Eichbergs, der Steinpeiss. An der südlichen Abdachung des Schlossberges erhebt sich, wenige Schritte vom Schlosse, von uralten Linden traulich umschattet, das interessante, 1400 erbaute gothische Johanneskirchlein, dessen Gruft jetzt die 12 Särge der hier beige-setzten Steinpeiss birgt. An dem Kirchlein sind mehrere interessante Grabsteine der Steinpeiss, darunter jener des „Hans Christoph Steinpeiss, Freiherr und Herr auf Aichberg und Kirchberg a. d. Raab, geb. 18. Februar 1604, gest. 1662." Die ältesten Besitzer und wohl auch Erbauer des Schlosses waren die Herren v. Aichperg, von denen Wülfing der Aichperger 1384 in der Vorauer Chronik erwähnt wird. Schon im nächsten Jahrhunderte ist das Schloss in Besitz der Familie Steinpeiss ge-
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918