Seite - 327 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

Bild der Seite - 327 -

Bild der Seite - 327 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

Text der Seite - 327 -

— 327 — Sehr reich ist die historische Sammlung mit interessanten Trachtenstücken, prächtigen Innungsbechern, der Schale eines Alchymisten, Kartabatsch vom Landgerichte in Burgau, hübscher Münzensammlung und vielen Funden aus Römergräbern, zumeist Ergebnisse der im Jahre 1882 auf Kosten des Museums-Vereines über Anregung von Anton Ivokalj und Hanns Lange in Dietersdorf, eine Stunde südöstlich von Fürstenfeld, vorgenommenen Durchforschung der Tumuli; zu dieser Abtheilung gehört auch die Urkunden-Sammlung und das Archiv der Stadt Fürstenfeld, letzteres mit 1609 beginnend. Unter der naturliistorischen Sammlung überrascht durch ihre Reichhaltigkeit die Mineralien-Sammlung, aus welcher alle Schulen des Bezirkes mit Mineralien-Collectionen (und Insecten-sammlung) ausgestattet werden. In dieser Abtheilung befindet sich auch ein prächtiger, bei Fürstenfeld geschossener Aasgeier. In der artistischen Abtheilung verdient ein schöner seltener Kupfer-stich „Christus" darstellend, von Cauperz, besondere Beach-tung. Ueberaus instructiv ist auch die industrielle Abtheilung, welche in interessanter Miniatur-Darstellung das ganze Productionsverfahren von der Gewinnung des Rohmaterials bis zur versandtbereiten Waare, einer Reihe der wichtigsten Industrieproducte, wie Baumwolle, Wachs, Leder, Salz, Sensen und Sicheln, Bleistifte etc. umfasst. Das Museum ist Sonntag von 9 — 12 Uhr Vormittag dem allge-meinen Besuche unentgeltlich geöffnet, Fremden wird dasselbe gegen Anmeldung in der Directionskanzlei ausser den Schulstunden bereit-willig geöffnet. Ist auch die Umgebung Fürstenfelds wenigerreich an Spaziergängen und pittoresken Scenerien, wie manche andere Gegend der Steiermark, so bietet doch der südlich der Stadt aufsteigende Hügelzug eine Reihe mühelos erreichbarer über- raschender Aussichtspunkte und freundliche Spaziergänge durch Wald-, Wein- und Obstculturen, namentlich auch in das Ge- biet des lieblichen Ritscheinthaies. 1. Südlich zu den drei Kreuzen nahe dem Grazer Thor, den Fussweg hinauf zu den drei Kreuzen, neben das neu hergestellte Parapluie mit Bänken, überraschende Aussicht; von hier jenseits hinab in 5 Minuten nach Schloss Wels- dorf im Besitze Dr. Carl Bayers, ein stattlicher Bau aus den ersten Jahren des 18. Jahrhundertes, mit drei Eckthürmen, vielen Sälen und Zimmern und einer Kapelle. Ursprünglich wahrscheinlich von den Herren von Welsdorf, die im 14. Jahrhunderte auftraten, erbaut, kam die Herrschaft später
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918