Seite - 398 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

Bild der Seite - 398 -

Bild der Seite - 398 - in Die nordöstliche Steiermark - Eine Wanderung durch vergessene Lande

Text der Seite - 398 -

— 398 — Actien ä 100 fl. C. M. ausgegeben, die schnell vergriffen waren, so dass noch eine weitere Emission von 200 Stück gleichwertiger Actien erfolgen konnte, und bildet dieses relativ kleine Actiencapital von 105.000 fl. ö. \V. heute noch das einzige Stammcapital des „Gleichen-berger- und Johannisbrunnen-Actien-Vereines", welcher heute nicht nur Eigentluimer sämmtlicher Quellen und der ausgezeichneten Curmittel ist, sondern auch durch Anlage von 60.000 Metern theilweise bis zur Mur geführter Gräben und Canäle das ganze Brunnenthal, die Sulz-leiten vollständig trocken gelegt, und durch Herstellung guter Zufahrts-strassen und zahlloser reizender Fusswege den Curort bequem zu-gänglich, und dessen paradiesisch schöne Umgebung den Leidenden, wie den Touristen erschlossen hat. In der ersten Generalversammlung am 15. Jänner 1835 wurde einstimmig beschlossen, die Hanptquelle zum bleibenden Andenken an den Schöpfer des Curortes Coistantin-quelle zu nennen. Nach Vollendung aller projectirten Vorarbeiten konnte am 1. Mai 1837 unter Leitung des Brunnenarztes Dr. A. Werle die erste Saison eröffnet werden und es erschienen 118 Fremde zum Curgebrauche, welchen 2009 Bäder verabreicht wurden, während 333.460 Flaschen zum Versandt kamen. Seither hat sich der Curort, der jetzt einen Weltruf geniesst, unter der zielbewussten Leitung der Direction des Actienvereines, welcher heute der Sohn des Gründers des Bades, Graf Ottokar Wicken-burg, von den gleichen hochherzigen und menschenfreundlichen In-tentionen, wie sein unvergesslicher Vater beseelt, präsicirt, zur schönsten Bltithe entfaltet, und verstand es die Direction des Vereines die ausser Graf Ottokar Wickenburg, aus dessen Sohn Graf Max Wickenburg als Vicepräsidenten und den Ausschüssen Dr. J. Sock, Dr. Konrad Clar, Dr. Höffinger, Dr. juris Saria und G. Holz er besteht, nicht nur alle Arten der Curmittel stets auf dem neuesten Standpunkte der Wissenschaft zu erhalten, sondern vielmehr durch Schaffung oft mit den grössten pecuniärei Opfern durchgeführter mustergiltiger Einrichtungen, so namentlich bei der Quellsool-Zerstäubung, den Inhalationen, den Respirationsaoparaten und der pneumatischen Kammer, bahnbrechend für die Vervollstän-digung der Curmittel ähnlicher Curorte zu wirken. Um die Verbreitung und wissenschaftliche Begründing des Rufes des Curortes für Lungenleidende machte sich instesonders Dr. W. Praäil, der von 1843—1870 als Vereiiisarzt wirkte, ?erdient, während in neuerer Zeit namentlich die Brunnenärzte Dr. Konrad Clar und Dr. Karl Ilöffinger durch Publication erschöpfenler Be-schreibungen des Curortes (siehe: „Der Curort Gleichenbe-g" von Dr. K. Clar, Wien 1886, W. Braumüller, und „Vademecum für Be-sucher des Curortes Gleichenberg" von Dr. C. Höffinger, 5. Auflage, Gleichenberg 1885) für die Verbreitung des Rufes des Curortes, sowie seiner Organisation Sorge trugen. Im Jahre 1875 beschloss die General-versammlung des Vereines die Verlegung des Sitzes des Tereines,
Die nordöstliche Steiermark Eine Wanderung durch vergessene Lande
Titel
Die nordöstliche Steiermark
Untertitel
Eine Wanderung durch vergessene Lande
Autor
Ferdinand Krauss
Verlag
-
Ort
Graz
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
10.93 x 17.9 cm
Seiten
498
Kategorien
Geschichte Vor 1918