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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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Repräsentation und Reproduktion 39 auf dem Frontispiz zum Versailles-Führer Le Nouveau Panthéon von Claude-Charles Guyonnet de Vertron die Ehrenhofanlage von Versailles. Egal, ob Manesson Mallet absichtlich oder aus Unkenntnis die Hofburg-Ansichten des Georg Matthäus Vischer von 1672 übersehen hatte, die publizistische Wirkung war für den internationalen Leser die gleiche: ein deutlicher repräsentativer Kontrast zwischen der altertümlichen Residenz des Kaisers und der modernen Residenz seines Schwagers und Rivalen.6 Pestsäule und Peterskirche Mit der 1686/1687 als Reaktion auf das Standbild des französischen Königs auf der Place des Victoires erfolgten Planänderung der Pestsäule wurde eine Inkunabel des ‚Kaiserstils‘ geschaffen.7 Der ersten offiziellen Kunstkonkurrenz auf Wiener Boden folgte 1692 die Publikation der Dreifaltigkeitssäule in einer für Österreich neuen Form, da in der Festbeschreibung sowohl die ausgeklügelte Ikonographie als auch der Anteil der einzelnen Künstler an ‚Invention‘ und Ausführung des Denkmals be- schrieben wurden.8 Schon am 1. Juni 1692 lobten die Avisi italiani die Dreifaltigkeitssäule als eine der vielleicht schönsten in Europa sowie als Produkt der besten Architekten und Bild- hauer. Eine Woche später war der Bericht über die Einweihung mit einer Beschrei- bung des Denkmals und einer überschwänglichen Kunstkritik verbunden.9 „Des al- lerdurchleuchtigsten Kaisers Leopoldi dreyfaches Pyramidalisches Gedächtnus=Mal“ wurde außerdem durch hochwertige Kupferstiche der europäischen Öffentlichkeit bekannt gemacht. Bereits am 20. Mai 1692, also zehn Tage vor der Einweihung, erhielt der Wiener Hoftheaterarchitekt Lodovico Burnacini das kaiserliche Privileg für einen Kupferstich inklusive Wiedergabe der vom Kaiser verfassten Widmungsin- schriften in lateinischer und deutscher Version, „damit disses zu sehen würdige werkh auch andern in= und ausser Landts entlegenen orthen, und deren Inwohnern kund und sichtbar [werde] und die Christliche Gemueter zu gebührender dankh erkänd- ligkeit aneyfern solte”. Am 12. August d. J. ging das Druckprivileg an die Firma Rad & Hößlin über10, die „cum speciali Sacrae Cesareae Majestatis Gratia et Privilegium” eine zweite Auflage in Augsburg und Wien herausbrachte. Bisher kaum beachtet wurde jedoch der Umstand, dass es zwei verschiedene Aus- gaben des Stichs gibt: Die vermutlich erste Version stammt von Bartholomäus Kilian und zählt mit einer Länge von 142,4 cm zu den Riesengraphiken (Abb. 1).11 Die wahrscheinlich danach angefertigte Version ist nur halb so groß, gehört aber mit 71,5 x 50 cm immer noch zu den Großformaten. Sie stammt vom Augsburger Kupferste- cher Johann Ulrich Kraus und unterscheidet sich vor allem durch den Platz der In- schriften vom anderen Blatt.12 Bei den ‚Verlegern‘ beider Grafiken handelt es sich um
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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