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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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56 Sektion I: Themen und Medien der Repräsentation den Vermählungsbrunnen, die kaiserlichen Denkmäler auf dem Semmering und in Raab, die Ritterakademien in Wien und Liegnitz sowie einige Grabmäler kaiserlicher Minister. Obwohl Albrecht während seines Studiums an der Wiener Universität nachweislich mindestens zweimal in die Entstehung der oben genannten Jahresfestschriften eingebunden war74, folgte er diesem Muster weder in der Gestal- tung noch in der lateinischen Sprache, sondern sah sich offensichtlich als direkter Nachfolger der Publikationstätigkeit von Carl Gustav Heraeus. Die ‚Parallelaktion‘ der Publikationen des Privatgelehrten und der Jesuiten, die ver- mutlich beide den gleichen Anspruch auf eine kaiserliche Kunstberatertätigkeit anmel- den sollten, wird vor allem beim Vergleich der allegorischen Titelbilder deutlich. Denn in beiden Fällen verweisen die Personifikationen der Frömmigkeit und der Weisheit bei Albrecht bzw. der Architektur oder des Decorum bei Höller / Keller auf den Ruhm, den Karl VI. durch seine von Putten in Modellform präsentierten Bauten erlangt habe – auch wenn die (pro- bzw. anti-Fischersche) Auswahl etwas variiert: Karls kirche, Hof- bibliothek, Reichskanzlei und Josefsbrunnen auf der einen, Karlskirche, Befestigung, Budapester Invalidenhaus und Gemäldegalerie auf der anderen Seite. Zusammenfassend lässt sich also der eingangs genannte Befund bestätigen: Die Bauten des Wiener Hofs wurden nicht in einer zentralistischen Kampagne propagiert, sondern nach einer offensichtlichen Startphase unter Leopold I. durch Architekten und Kupferstecher aus finanziellen Überlegungen, durch ‚Reichspublizisten‘ aus po- litischen Gründen sowie durch weltliche und geistliche Gelehrte aus panegyrischen und beruflichen Ambitionen. Das oft parallel und gelegentlich auch in Rivalität der Beteiligten zueinander erreichte Ergebnis scheint von Erfolg gekennzeichnet gewesen zu sein. Die positive Rezeption lässt sich zumindest an zwei Beispielen belegen: Der Kupferstich der Karlskirche von Salomon Kleiner wurde um 1730 in einem Ölge- mälde reproduziert, das sich heute in Prag befindet.75 Und im Kaisersaal der fürst- äbtlichen Residenz in Fulda malte Emanuel Wohlhaupter schon um 1728 den regie- renden Kaiser mit einer Ansicht der Karlskirche (Abb. 10). Gibt dieses Fresko die künstlerische Qualität des Bauwerkes nur unzureichend wieder, so war die politische Botschaft der kaiserlichen Bautätigkeit damit jedenfalls auch im Reich angekommen. Anmerkungen 1 Michaela Völkel, Das Bild vom Schloss. Darstellung und Selbstdarstellung deutscher Höfe in Ar- chitekturstichserien 1600–1800, München-Berlin 2001, 70–76; Claudia Schnitzer, Ein „Cabi- net du Roi“ für Dresden? Frankreichrezeption und Kupferstich-Kabinett Augusts des Starken, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 31 (2004), 22–50; Hendrik Ziegler, Der Sonnenkönig und seine Feinde. Die Bildpropaganda Ludwigs XIV. in der Kritik (Studien zur Inter- nationalen Architektur- und Kunstgeschichte 79), Petersberg 2010, 151–155.
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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