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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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116 Sektion I: Themen und Medien der Repräsentation Lobpreis auf die Dynastie auf der Bühne lassen sich meistens als verschleierte (aber auch offensichtliche) Huldigung deuten, die sich auf den jeweiligen konkreten Anlass beziehen. Somit konstruierte man in den Libretti eine Handlung, in der die mytholo- gisch-historische Überlieferung des Stoffs für zeitgenössische politische Verhältnisse adaptiert wird. Ascanius: Die Gründung der Stadt Alba und eines neuen Stammes Einer der Topoi dieses Tugendkontexts ist die Gründung eines neuen Reichs mit machtvollen Herrschern durch den Rückgriff auf die Figur des Ascanius:1 Die Ge- schichte von Aeneas’ Sohn Ascanius, der über Alba regieren soll, bot die Möglichkeit, Parallelen zwischen dem Sujet und zeitgebundenen politischen Ereignissen herzu- stellen, weshalb das Ascanius-Sujet für ein politisch-allegorisches Auftragswerk be- sonders geeignet war.2 Schon vor der berühmten librettistischen Bearbeitung durch Giuseppe Parini (Mailand 1771), von Wolfgang Amadeus Mozart in Musik gesetzt, war dieser Stoffsujet Gegenstand von Vertonungen. So sind neben Parinis Libretto weitere fünf Textbücher belegt, in denen Ascanius als Titelheld fungiert: das dramma per musica L’Ascanio von Filippo Renato Sbarra und Giuseppe Antonio Bernabei (München 1686), das dramma per musica Ascanio von Pietro d’Averara und Carlo Francesco Pollarolo (Mailand 1702), das poemetto drammatico Julo Ascanio Re d’Alba (Wien 1708) von Pietro Antonio Bernardoni und Johann Joseph Fux, das dramma per musica Ascanio, ovvero Gli odi delusi dal sangue (Dresden 1718) von Antonio Ma- ria Lucchini und Antonio Lotti und schließlich das componimento per musica Enea e Ascanio, zu dem vermutlich Christoph Willibald Gluck die Musik schrieb (Wien– Frankfurt am Main 1764). Das Libretto von Mozarts Ascanio in Alba wurde aus Anlass der Hochzeit Erzher- zog Ferdinand Karls von Habsburg mit Prinzessin Maria Beatrice Ricciarda d’Este im Oktober 1771 in Auftrag gegeben. Diese seit Langem geplante Hochzeit war ein großes politisches und gesellschaftliches Ereignis, wie die Zweckbestimmung der Se- renata (die am Regio Ducal Teatro von prominenten Darstellern aufgeführt werden sollte) und die Wahl des renommierten Mailänder Intellektuellen Giuseppe Parini als Autor des Texts beweisen. Die gesamte Handlung von Ascanio in Alba (mit einem pastoralen Thema als Hin- tergrund) lässt sich als verschleierte Huldigung deuten, die sich auf den konkreten Anlass bezieht und die habsburgische Dynastie preist:3 Ascanius als Gründer der neuen Stadt Alba ist das allegorische Ebenbild Ferdinand Karls, der einen weiteren habsburgischen Staat in Italien gründen sollte, wozu die Ehe mit der Prinzessin von Este (der einzigen Tochter von Ercole III. Rinaldo, Herzog von Modena) die Vor-
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
Geschichte Vor 1918
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