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Venga quel dì felice! 137
Im Rahmen dieses Beitrags werde ich mich mit sechs musikdramatischen
Huldigungswerken beschäftigen, die für die wichtigsten Galatage im Jahr 1723
entstanden und aufgeführt wurden. Diese Galatage fielen in diesem Jahr in den
Zeitraum, in dem sich das Kaiserpaar mit beiden Töchtern auf der Krönungsreise
in den böhmischen Ländern aufhielt, d. h. zwischen dem 19. Juni und dem 24.
November 1723. (Nur die Aufführung der letzten in Betracht gezogenen Serenata
hat höchstwahrscheinlich erst nach der Rückkehr des Kaiserpaars nach Wien
stattgefunden.) Jede Aufführung musste also an die spezifischen Bedingungen und
an den von Wien verschiedenen Rahmen angepasst werden. Dies betraf folgende
Werke und Aufführungen:
28. August: Costanza e Fortezza (J. J. Fux/P. Pariati), Uraufführung, Licenza für
Elisabeth Christine
29. August: Il Giorno felice (G. Porsile/P. Pariati)
2. September: Costanza e Fortezza, Reprise mit der Licenza für Karl VI.
(5. September: Krönung von Karl VI.)
(8. September: Krönung von Elisabeth Christine)
1. Oktober: La Contesa de’Numi (A. Caldara/?)
4. November: Il Trionfo della Fama (F. B. Conti/F. Fozio)
(6. November: Abfahrt der Kaiserfamilie aus Prag)
19. November: La Concordia de’Pianeti (A. Caldara/P. Pariati), Znaim
(24. November: Rückkehr nach Wien)
25. (?) November: Il bel Genio dell’Austria ed il Fato (C. A. Badia/?), Wien
Diese Gruppe umfasst sechs musikdramatische Werke von unterschiedlichem Um-
fang und Besetzung (von der außergewöhnlich umfangreichen festa teatrale Costanza
e Fortezza bis zur letzten Kammer-Serenata mit zwei auftretenden Figuren) sowie mit
verschiedenen dynastisch-politischen Botschaften.4 Diese Botschaften werden mit-
hilfe der für die Repräsentationsstrategie Karls VI. grundlegenden Topoi dargestellt,
die auch in für Karl VI. entstandenen Werken der bildenden Kunst zu finden sind.
In einzelnen Huldigungswerken sind diese Topoi (Symbole und Emblematik) ganz
spezifisch kombiniert worden und zwar je nach den einzelnen Galatagen, vornehm-
lich aber mit Rücksicht auf das dynastisch-politische Geschehen des Jahrs 1723 (bzw.
auf zwei aufeinander folgende unterschiedliche Situationen). Diese Topoi scheinen
natürlich zuerst in den Libretti oder personifizierten Figuren auf, doch die inhaltli-
che Verbindung kann auch in der musikalischen Bearbeitung der Texte in den Arien
und in der instrumentalen Besetzung gespürt werden. In diesem Beitrag werden die
wichtigsten vorkommenden Topoi und Themen sowie ihre Verbindung mit der Mu-
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
- Titel
- Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
- Untertitel
- 1618–1918
- Herausgeber
- Werner Telesko
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20507-4
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 448
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918