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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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144 Sektion I: Themen und Medien der Repräsentation ein musikdramatisches Werk aufgeführt werden. Diesmal wurde statt einer gewöhn- lichen großen karolinischen Oper nur die einaktige Serenata Il Trionfo della Fama des Hofkomponisten Francesco Bartolomeo Conti gespielt.12 Zu ihrer Aufführung kam es auch in der Prager Burg, diesmal in der Galerie neben dem Spanischen Saal. Sie wird mit einer Sinfonia mit zwei Trompeten und Pauken eröffnet. Die Handlung spielt sich im Tempel der Göttin Fama ab, in dem sich am Anfang vier Chöre als Vertreter der vier Erdteile (Asien, Afrika, Amerika und Europa) versammeln, um Fama Lob zu singen. Im Chorauftritt spielt Conti in den Begleitungsstimmen ge- schickt mit verschiedenen Klangfarben: Um die Vielfältigkeit der Erdteile musika- lisch zu beschreiben, verwendet er abwechselnd Trompeten, Oboen mit Fagotten, Streichinstrumente und den Tutti-Ensemble-Klang; dabei wechseln auch homophone und polyphone Satzarten ab. Nach dem Chorauftritt der Erdteile lädt die Göttin Fama die anderen handelnden Figuren in ihren Tempel: Gloria, Valore (Tapferkeit), Destino (Schicksal) und Genio. Sie alle sollen gemeinsam eine Opferzeremonie zur Ehre des mächtigsten, tapfersten und in der ganzen Welt gefürchteten Kaisers Karl feiern. Diese Figuren besingen dann den Kaiser nacheinander in neun Solo-Arien. Als die wichtigste Figur steht hier jedoch nicht Fama im Vordergrund, sondern Va- lore, eine Allegorie des Kaisers, die die zwei virtuosesten Arien singt. Hervorzuhe- ben ist die von ihm gesungene Bass-Arie L’Asia crolla, Affrica teme („Asia unterwirft sich, Afrika fürchtet sich“). Die virtuose Melodie mit großen Intervallsprüngen wird von zwei konzertierenden Fagottstimmen und Basso continuo begleitet. Alle anderen Arien (und ein Duett) begleitet das Streicherensemble – auch die Arie der Fama in der Licenza. Der Hofkomponist Conti hatte diesmal der Göttin ihr eigenes Inst- rument, die Trompete, vorenthalten und ließ sie eine ergebene Huldigung an den Kaiser vortragen. Sie findet keine Worte mehr, um Karl noch mehr preisen zu kön- nen – und befindet sich also in einer ähnlichen Situation wie der Römische Genius, der in der Licenza von Costanza e Fortezza die Kaiserin auch nicht mehr loben kann. Durch die Hervorhebung des Ruhms, der Kraft und der Tapferkeit sowie durch die musikalische Charakterisierung der exotischen Erdteile werden in dieser Serenata die universalen Machtansprüche der Habsburger besonders herausgestellt. Hinsichtlich der Verwendung dieses Leitmotivs in der zum Namenstag des Kaisers entstandenen Serenata muss man auf den dynastischen und emblematischen Zusammenhang mit Kaiser Karl V. (bzw. Herkules) hinweisen.13 Zwei Tage nach der Aufführung von Il Trionfo della Fama, am 6. November 1723, verließ die kaiserliche Familie Prag und fuhr Richtung Wien (Elisabeth Christine reiste im Tragsessel). In dieser Zeit wurde schon in der mährischen Stadt Znaim die höfische Festlichkeit zum Namenstag der Kaiserin vorbereitet. Im nahegelegenen Stift Klosterbruck (Louka) wurden dafür von den höfischen Tischlern zwei große
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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