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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 145 -
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Venga quel dì felice! 145 Triumphwagen hergestellt. Am Elisabeth-Tag, 19. November, als der Kaiserhof in Znaim weilte, wurden am Abend diese Wagen vor das das kaiserliche Salzamtgebäude (heute Palais Starhemberg oder Althann genannt), in dem das Kaiserpaar übernach- tete, gefahren. Auf den Wagen, die als Bühne dienten, wurde dann von insgesamt 144 Musikern die Serenata La Concordia de’ Pianeti von Pietro Pariati und Antonio Caldara aufgeführt.14 Da der Namenstag diesmal dank der glücklichen Erwartung viel festlicher als in vorherigen Jahren begangen werden sollte und da die Aufführung unter freiem Himmel stattfand, wurde in der einleitenden Sinfonia ausnahmsweise ein vierstimmiger Trompetenchor mit Pauken eingesetzt, obwohl es sich nicht um einen erstrangigen Galatag handelte. Die Serenata besteht aus einer Sinfonia, zwei Reihen von je sieben Arien, drei Cho- rauftritten der Semidei (Halbgötter) und der Licenza. Sieben Planeten bzw. sieben altrömische Götter (Merkur, Venus, Mars, Diana, Apollo, Saturn und Jupiter) treten hier auf. Am Anfang, nach der Sinfonia und dem folgenden Chorauftritt der Halb- götter, berichtet Mercurio im Rezitativ und in der Arie über eine würdige Erdentoch- ter, die dank ihrer Tugenden und Schönheit eine Götterehre verdiene – ohne jedoch ihren Namen auszusprechen. Venus, Diana, Mars und Apollo sprechen ihr zunächst in den Solo-Arien die göttliche Ehre ab und verdächtigen sie des Stolzes und verwege- nen Ehrgeizes. Merkur, Jupiter und Saturn kennen jedoch die wahre Identität dieser Frau, verteidigen sie gegen die Verurteilungen und loben sie. Jupiters Worten nach sei diese Frau zu weise und zu bescheiden, als dass sie die Götterehre ergreifen wollte. Als einen Tugendspiegel habe sie ihren tugendhaften Gemahl. „Ecco i due grandi, esempio e norma a gli altri“ („Da sind die zwei Vornehmsten, Beispiel und Norm für die anderen“), sagt Jupiter. Erst nachdem Merkur den Namen dieser Heldin – Elisa – ausspricht, huldigen endlich alle Planeten der Kaiserin: zuerst gemeinsam mit den Halbgöttern im Chor, dann nacheinander in der zweiten Reihe der Solo-Arien. Jupiter huldigt auch ihrem Gemahl, dem Kaiser, und dem erwarteten Thronfolger. Nur die eifersüchtige Schönheitsgöttin Venus wehrt sich bis zum Ende, ihre irdische Konkurrentin anzuerkennen. Sie würdigt sie erst zum Schluss in der Licenza, und zwar nicht die Kaiserin selbst, sondern ihren Namen. Die Serenata endet mit einem vom ganzen Chor gesungenen Lobgesang auf Elisabeth Christine. Elisa wird hier nicht nur als die tugendhafte und den Götter gleichgesetzte Frau, sondern auch durch poetische Epitheta als Mutter des künftigen Kaisers vorgestellt. Beispielsweise wird sie als eine Muschel, die eine kostbare Perle in sich verbirgt, als Morgenstern, der schon die Sonne verspricht, oder als eine Blüte, aus der eine vor- nehme Frucht erwartet wird, bezeichnet. Auch hier kommen die Betonung des künf- tigen Friedens und die Hoffnung auf allgemeines Wohl zum Ausdruck. Merkur sagt in einer Arie zu Venus, dass Elisa zur Mutter des neuen Amor werde, durch den die
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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