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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 146 -
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146 Sektion I: Themen und Medien der Repräsentation ganze Welt den Frieden erfahren werde. Auch der Kriegsgott Mars besingt unerwartet den Frieden und schmückt seine Trompete mit Blumen. Er ist jedoch vorbereitet, für den Kaiser zu kämpfen und die Trompete dann mit Lorbeer zu schmücken. Saturn besingt in einer Arie (Pari a quella il Mondo vede) auch die kaiserlichen Töchter, die die Tugenden von ihrer Mutter erben werden, und natürlich den kaiserlichen Sohn, der einmal so tapfer, gerecht, mild und gut wie sein Vater sein würde. Da aber die Tugenden der Kaiserin Elisa (Unschuld, Mitleid, Bescheidenheit, Frömmigkeit, Lie- benswürdigkeit und auch Schönheit) den Schwerpunkt dieser Serenata (neben der glücklichen Erwartung) bilden, sind hier die Arien hauptsächlich durch die reich verzierte Melodik in den Vokal- und Instrumentalstimmen gekennzeichnet. Dies gilt auch für die zweite Arienreihe, in der Karl VI. mit dem erwarteten Thronerben ge- priesen wird. Die Solo-Arien sind meistens nur mit Streicherensemble (das wegen der Aufführung im Freien sicher stärker besetzt wurde) begleitet, wobei ausschließ- lich der Götterherrscher Jupiter das Privilegium hat, eine Arie zu singen, in der sich die Streicher mit zwei Oboen und Fagott abwechseln (A la bontade e’ al merto). Der Kriegsgott Mars singt wiederum seine friedenslobende Arie (Da mia Tromba quel bel Nome) mit Trompetenbegleitung. Da er über Pflanzen und Blumen singt, hat diese Arie einen mehr galanten als triumphalen oder kriegerischen Charakter. Nach dem zweitägigen Aufenthalt in Znaim endete die Krönungsreise mit der Rückkehr nach Wien am 23. November 1723. Kurz danach, vermutlich am 25. November, nachdem im Stephansdom eine Votivmesse und ein Te Deum abgehal- ten worden waren, konnte bei Hof auch die kantatenförmige Serenata Il bel Genio dell’Austria ed il Fato von Carlo Agostino Badia erklingen.15 Die zwei im Titel er- wähnten Figuren, Genio dell’Austria und Fato, treten hier auf. In der erhaltenen Partitur fehlt eine einleitende Sinfonia. Die Serenata beginnt also mit einem Duett, dann folgen vier Solo-Arien und ein abschließendes Duett. Die Arien werden vom Streicherensemble begleitet und in den Duetten am Anfang und zum Schluss mit der Trompete ergänzt. Im Libretto werden Karl VI. und Elisabeth Christine gemeinsam gepriesen. Der Genius besingt den ruhmreichen Kaiser, der als der irdische Mars und die römische Sonne an der Moldau die neuen Lorbeeren erhielt, während Fato wiederum betont, dass die schöne Elisa einen neuen römischen König mitbringt, mit dem ein goldenes Zeitalter beginnen wird. Der Höhepunkt der Serenata kommt im Rezitativ des Fato, das eine Prophezeiung ausspricht: Das Erzhaus Habsburg wird sich durch mehrere Nachkommen in den nächsten Jahrhunderten weiter entfalten, die Helden aus diesem Geschlecht werden über die Heiden siegen und auch das Grab Christi erobern. Zum Schluss sprechen die beiden Figuren die Göttin Fama an, damit sie den Ruhm von Karl und Elisa und deren Nachkommen der ganzen Welt verkünde (Corri, vola). Die abwesende Göttin ist hier durch den Klang der So-
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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