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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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154 Sektion I: Themen und Medien der Repräsentation Welche Merkmale könnten in diesen Werken auf den ‚Imperialstil‘ verweisen? Wie Friedrich Wilhelm Riedel richtig bemerkte, war – was die theatralische Musik betrifft – „die Beziehung zur Ideenwelt des ‚cäsarisch-imperialen‘ Stils bereits durch den Text vorgegeben“.18 In der Musik ist es selbstverständlich problematisch, nur anhand von Einzelheiten, wie der Stilarten, des Tonsatzes oder anderer Details, direkt auf einen ‚Imperialstil‘ zu schließen oder diese als Zeichen davon zu betrachten. Eher sollte es sich um eine Text- und musikalische Analyse der vertonten Arien im Kontext des für eine spezielle Gelegenheit bestimmten Werks – das außerdem in einer konkreten dynastisch-politischen Situation zu kontextualisieren ist – handeln. Dies führt zwangsläufig zu einer Synthese der einzelnen Elemente.19 Von diesen Elementen hebt Riedel als „die besten Mittel zur Verdeutlichung von Inhalt und Ausdrucksgehalt der Werke“ besonders „musikalisch-rhetorische Figuren, Affektfiguren und die da-capo-Form“ hervor.20 Dieser Ansatz lässt sich aufgrund der Analyse der konkreten Werke bestätigen; dazu muss aber betont werden, dass sich der Bestimmung des Werks nach (für den Kaiser oder für die Kaiserin) die Verwendung dieser Figuren sehr unterscheidet. Ebenso müssen nicht nur die in den Singstimmen verwendeten Figuren, sondern auch die Verwendung von spezifischen instrumentalen Idiomen oder die Kombinationen verschiedener Klangfarben der begleitenden oder konzertierenden Instrumente als Figuren sui generis in Betracht gezogen werden.21 Eine vorrangige Stelle unter den Musikinstrumenten gehört dank ihrer repräsentativen Bestimmung den Trompeten und Pauken, deren Bedeutung in den Sinfonien zu den wichtigsten Galatagen schon A. Peter Brown betont hatte.22 Jedoch nicht nur die Anwesenheit oder die Absenz dieser Instrumente, sondern auch ihre typische Melodik, auch wenn sie in ihrer Abwesenheit in anderen Stimmen erklingt, müssen als signifikant betrachtet werden. Als ein zweites Element kommt der kontrapunktische Satz in Betracht. Riedel hatte im Jahre 1962 auf „auffallende Parallelen“ und die „geistige Verwandtschaft“ zwischen dem Kontrapunktiker Johann Joseph Fux und dem Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach hingewiesen, die sich „besonders in ihren bewußt historisch orientierten Lehr- und Demonstrationswerken“ (Fux’ Gradus ad Parnassum und Fischers Entwurff Einer Historischen Architektur) zeige.23 Aufgrund dieser These kann der kontrapunktische Satz – mit bestimmten Texten verbunden oder in charakteristischen Kontexten eingesetzt – ebenfalls als ein Zeichen oder eine Figur sui generis auftreten.24 Um das dritte und letzte Element zu beschreiben, ist hier eine These von Dagmar Glüxam zu erwähnen, nach der die Virtuosität exklusiv für den Kaiser reserviert sei, als ein „Mittel zu Hervorhebung der Einzigartigkeit des Herrschers“.25 Die These lässt sich besonders anhand der oben genannten virtuosen Arien in den Serenaten
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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