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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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162 Sektion II: Herrscher, Staat, Nation Andrea Baotić-Rustanbegović zeigt den ‚Zugriff von oben‘. Sie thematisiert, wie der habsburgische Staat als neue Staatsmacht in Bosnien-Herzegowina öffent- liche Räume mit unterschiedlicher Zugänglichkeit mit Monumenten besetzte, und sie zeigt, wie sich dieser Zugriff im Lauf der historischen politischen Entwicklung von der Okkupationsphase, während der Annexion bis hin zur Phase des Ersten Weltkriegs änderte: von einem „behutsamen Vortasten“ in der Okkupationsphase Bosnien-Herzegowinas bis hin zum offenen Auftreten selbst nicht-lokaler Religi- onsgruppen und zur Vorstellung, dass die Macht in der habsburgischen Monarchie aus der Verbindung von Dynastie, Armee und (katholischer) Kirche bestehe, in der Krisen zeit des Ersten Weltkriegs. Indem man anfangs auf lokale kulturelle und poli- tische Verhältnisse eingehen und Politik öffentlich vermitteln wollte (oder musste), zeigen sich diese Denkmäler nicht prinzipiell als „Zeugnis gesicherter Herrschaft“, sondern vielmehr als „Instrument zu deren Stabilisierung“.4 Baotić-Rustanbegović zeigt, wie sich der Aktionsradius, um Denkmäler aufzustellen, sowohl geographisch als auch inhaltlich und formal kontinuierlich erweiterte: von den grenznahen Regio- nen bis hin über das gesamte Land, von der schrittweisen Einführung von Abbildern des Kaisers in der abbildlosen Tradition der ehemals osmanischen Provinz Bosni- en-Herzegowina bis hin zur figürlichen Monumentalplastik des Herrschers und der thematischen Fokussierung auf das Sarajevo-Attentat infolge des 1. Weltkriegs, von einfachen stereometrischen Objekten hin zur Gestaltung ganzer Architekturanlagen mit Denkmälern der neuen, inzwischen definitiven habsburgischen Herrschaft in der Annexionsphase. In diesen Monumenten erfüllte sich auch ein (westlich aufgefasster) zivilisatorischer Auftrag, nicht zuletzt in der Wahl (westlicher) ‚akademischer‘ Stile für die Monumente, der die Aufgabe verfolgte, die Modernisierung eines ‚zutiefst orientalischen Lands‘ voranzutreiben. Dabei sollten nationale Konfliktpotentiale ver- mieden werden – weshalb etwa Denkmäler für lokale Größen nicht, solche für die verdienstvolle habsburgische Armee allerdings sehr wohl errichtet wurden. Erreicht werden sollte ein Ausdruck der noch jungen Loyalität gegenüber der neuen Herr- scherdynastie und der Zusammengehörigkeit der Bevölkerung bzw. der Einheit der habsburgischen Unter tanen bei allen religiösen, nationalen und kulturellen Unter- schieden. Wie wenig dieses Konzept in der Bevölkerung verankert war, sondern ne- ben den staatlichen Auftraggebern von kleinen, lokalen Elite-Kreisen und gegenüber Habsburg loyalen Zirkeln abhing, zeigt das schnelle Verschwinden habsburgischer Denkmäler nach 1918. Im Gegensatz dazu thematisiert Nataša Ivanovićs Beitrag, wie Staatsmacht ‚von unten‘, von den beherrschten Untertanen bzw. ihrer kommunalen Vertretung auf- gefasst wurde. Ihr Beispiel Ljubljana demonstriert, wie nationales Selbstbewusstsein letztlich mit Forderungen an den Herrscher verbunden sein konnte. Der Fokus liegt
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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