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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 215 -
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K. u. k. Militärbauten als Repräsentanten der Gesamtmonarchie in der siebenbürgischen ‚Peripherie‘ 215 chisch und symmetrisch gebildetes, repetitives Fassadenschema weist große Ähnlich- keiten zur Rennweger Artilleriekaserne in Wien auf. Auch die k. u. k. Jägerkaserne und die k. u. k. Trainkaserne in Hermannstadt, die etwa zeitgleich mit dem Kom- mandogebäude im Auftrag der Kommune errichtet wurden, operieren mit diesem stilistischen Repertoire (wiederkehrende Motive sind Eckrustika und Ädikulafens- ter). Sollte durch die Gestaltung der Fassaden des Kommandogebäudes im Stil der Neorenaissance (mit in diesem Sinne abgewandelten Zitaten aus der Wiener Barock- architektur) ein zum Zeitpunkt ihres Entstehens gültiges corporate design als bauliche Verkörperung des Ideals supranationaler (und suprakonfessioneller) Uniformität der ‚bewaffneten Macht‘ und damit der Gesamtmonarchie gewahrt werden? Die gegen- über den vorstädtischen Kasernen reichere Gestaltung würde sich dann aus dessen zentraler Lage und höherem Rang erklären. Eine mit vorrangig italienischen Vorbil- dern operierende Neorenaissance bot sich zur Gestaltung von k. u. k. Militärbauten insofern an, als auch sie als eine Art ‚Universalstil‘ der Habsburgermonarchie propa- giert worden war: Der einflussreiche Wiener Kunstgeschichtsprofessor Rudolf von Eitelberger hatte 1872 die Eigenständigkeit und Überlegenheit der zeitgenössischen Renaissance-Rezeption in Wien, die unmittelbar auf italienische Vorbilder rekurriere, gegenüber derjenigen in Frankreich und Deutschland betont – und so das Schlag- wort der ‚Wiener Renaissance‘ mitgeprägt, wobei, wie später bei Ilgs Plädoyer für den ‚Wiener Barock‘, die Hauptstadt als pars pro toto des Reichs fungierte.40 Überhaupt gleichen sich die Argumentationsmuster von Eitelberger und dessen Schüler Ilg ver- blüffend, was angesichts von polemischen Ausfällen Ilgs gegen die von ihm negativ als international-kosmopolitisch beurteilte Neorenaissance-Architektur oft vergessen wird. So hatte Eitelberger beispielsweise eine Wesensverschiedenheit der Architektur der beiden Hauptstädte Berlin und Wien proklamiert („Der Purismus der heutigen Berliner Architektur ist schulmäßig trocken. […] Die Nüchternheit, die sich über die Architektur der Kaiserstadt an der Spree ausbreitet, drückt wie ein Alp auf die gesamte Kunst und Kunst-Industrie und kontrastirt [sic] stark mit den lebendig be- wegten Formen der Renaissance-Bauten in Wien.“41) – ein Topos, den Ilg aufgriff und dezidiert auch als Folge eines Gegensatzes von sinnenfrohem österreichischen Katholizismus und sprödem preußisch-deutschen Protestantismus deutete. Dass er sich dabei nun auf den Barock und nicht auf preußisch-deutschen Bauten im ita- lianisierenden Renaissancestil bezog, dürfte gerade auch dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass zwischenzeitlich eine nationale Vereinnahmung des letzteren von anderer Seite versucht worden war.42 Die Regimenter, die in den genannten Kasernen untergebracht waren, rekrutierten sich vorwiegend aus der pluriethnischen und multikonfessionellen Bevölkerung des Hermannstädter Raums.43 Als wichtige Adressatengruppe der gesamtmonarchischen
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur