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K. u. k. Militärbauten als Repräsentanten der Gesamtmonarchie in der siebenbürgischen ‚Peripherie‘ 221
für den Grafen von Althan in Wien errichteten Gartenpalais, das Mitte des 19. Jahrhunderts abgeris-
sen wurde. Obwohl das Erscheinungsbild des Gartenpalais den Zeitgenossen im späten 19. Jahrhun-
dert dank der Ansichten Salomon Kleiners (Salomon Kleiner / Andreas Pfeffel [Hg.], Florentis
et neo auctae Viennae Austriae continuatio […], Teil 4, Wien 1737, Tf. 30 f.), bekannt war, darf
angenommen werden, dass die Winterreitschulkuppel kraft ihrer physischen Präsenz im Wiener
Stadtzentrum wesentlicher Bezugspunkt der Rezeption des Motivs war.
22 Bei der Modifikation des Kuppelmotivs standen dann wiederum die Kuppeln der Arkadenbauten
Pate, was insbesondere auch die aufgesetzten Kuppellaternen nahelegen.
23 Richard Kurdiovsky, Die Vollendung des Michaelertraktes (1888–1893). Kirschners umgearbei-
tetes Projekt (November 1889), in: Werner Telesko (Hg.), Die Wiener Hofburg 1835–1918. Der
Ausbau der Residenz vom Vormärz bis zum Ende des „Kaiserforums“ (Österreichische Akademie
der Wissenschaften. Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse 446/Veröffentlichungen
der Kommission für Kunstgeschichte 15/Veröffentlichungen zur Bau- und Funktionsgeschichte der
Wiener Hofburg 4), Wien 2012, 249–255.
24 Richard Bösel/Christian Benedik, Der Michaelerplatz in Wien. Seine städtebauliche und archi-
tektonische Entwicklung, Ausstellungskatalog Kulturkreise Looshaus und Graphische Sammlung
Albertina, Looshaus, Wien 1991, 23; Friedrich Polleross, Johann Bernhard Fischer von Erlach und
das österreichische „Entweder-und-oder“ in der Architektur, in: Ders. (Hg.), Fischer von Erlach
und die Wiener Barocktradition, Wien-Köln-Weimar 1995, 9–56, besonders 23; Andreas Nier-
haus, Höfisch und Österreichisch. Zur Architektur des Neobarock in Wien, in: Moritz Csáky/Fe-
derico Celestini/Ulrich Tragatschnig (Hg.), Barock – ein Ort des Gedächtnisses. Interpretament
der Moderne/Postmoderne, Wien-Köln-Weimar 2007, 79–100, hier 86; siehe dazu auch: Werner
Telesko, „Rom in Wien“. Zur Programmatik des neubarocken „Michaelertraktes“ der Wiener Hof-
burg, in: Wiener Geschichtsblätter 62/4 (2007), 48–73, hier 57, 70.
25 Bösel/Benedik, Michaelerplatz (wie Anm. 24), 25 f.
26 Dafür spricht auch seine spätere Verwendung an Gebäuden des k. u. k. Militärs in Wien, näm-
lich dem Offiziersgebäude der 1898 eingeweihten Breitenseer Infanterie-Kadettenschule (wie der
Hermannstädter Bau nach Entwurf Paul Achams gestaltet) und dem Stabsgebäude der Erzherzog-
Albrecht-Infanteriekaserne im Prater (1894–1896). Im letzteren Fall erinnert zwar der Dreiklang
von Haupt- und Nebenkuppeln an den Michaelertrakt, die von einem Erzherzogshut bekrönte
Hauptkuppel stellt jedoch primär ein Zitat der Kuppel über dem nordöstlichen Eckpavillon von
Stift Klosterneuburg dar. Für den Hinweis auf diese Wiener Bauten danke ich Richard Kurdiovsky.
27 Im Fall des von Otto Wagner gestalteten baldachinartigen Festpavillons für den Einzug von Prin-
zessin Stéphanie von Belgien in Wien 1881, der sich die Kuppel zum Vorbild nimmt (siehe Andreas
Nierhaus, „Fischer von Erlach hätte seine Freude daran gehabt“ – Der Neobarock und die Wiener
Hofburg, in: Telesko [Hg.], Die Wiener Hofburg [wie Anm. 23], 470–478, hier 473), wurde das
Motiv in seinen mutmaßlichen textilen Ursprung rücküberführt.
28 Telesko, „Rom in Wien“ (wie Anm. 24), 50 f., 64 f.
29 Ilg war u. a. als Kustos der kaiserlichen Sammlungen und Hauslehrer der Kinder des Kaiserpaares
tätig (Peter Stachel, Albert Ilg und die „Erfindung“ des Barocks als österreichischer „Nationalstil“,
in: Csáky/Celestini/Tragatschnig [Hg.], Barock – ein Ort des Gedächtnisses [wie Anm. 24],
101–152, hier 107–109).
30 Die Zuschreibung an Joseph Emanuel Fischer von Erlach wurde erstmals von Moriz Dreger vor-
genommen (Moriz Dreger, Baugeschichte der k. k. Hofburg in Wien bis zum XIX. Jahrhunderte
[Kunsttopographie 14], Wien 1914, 272).
31 Stachel, Albert Ilg (wie Anm. 29), 101–152; Werner Telesko, Die Bedeutung des Neubarock für
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
- Titel
- Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
- Untertitel
- 1618–1918
- Herausgeber
- Werner Telesko
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20507-4
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 448
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918