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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 229 -
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Sektion III: Netzwerke 229 schen Adels unter Kaiser Karl VI., die ein am Wiener Hof orientiertes reiches Musik- leben entwickelte. Durch die engen Kontakte mährischer Adeliger – den Winter verbrachte man zumeist in Brünn, und in den Sommermonaten unterhielt man sich gerne mit musikdramatischen Aufführungen auf den Landsitzen der jeweiligen Fa- milien – waren Vernetzung und Austausch innerhalb dieser Gruppe groß. Vor allem die Herrschaft Jarmeritz entwickelte sich dank ihres musikliebenden Besitzers Johann Adam von Questenberg zu einem Zentrum des adeligen Musiktheaters. Viele Opern ließ Graf Questenberg in Mähren erstaufführen, er gab aber auch selbst Kompositio- nen in Auftrag, bzw. ließ er Stücke nach eigenen Bedürfnissen adaptieren. Aufgrund seines Anspruchs auf ‚musikalische Bildung‘ seiner Untertanen lud er diese nicht nur zu den Aufführungen ein, sondern band sie als Mitwirkende auch unmittelbar in das Geschehen auf der Bühne ein; so erklangen auf dieser bereits Opern in tschechischer Sprache. In der inhaltlichen Ausrichtung und formalen Gestaltung der Darbietungen orientierte sich Questenberg oftmals an Werken des Wiener Kaiserhofs, doch deutete er diese entsprechend seines ausgeprägten mährischen Patriotismus bzw. der Darstel- lung seiner eigenen Person motivisch mitunter um. Die Beiträge zum Themenkreis ‚Netzwerke‘ sollen die Mannigfaltigkeit und die Erstreckung von Repräsentationen aufzeigen. Lässt sich an der Sammlung des Krai- ners Valvasor die Chronik eines imperialen Images, jenes von Leopold I., ablesen, so bilden die Tagebuchnotizen Kaiser Karls VI. eine Quelle, die aus dem inners- ten ‚Zentrum‘ des Hofes stammt und Aufschlüsse über persönliche Intentionen des Herrschers gibt. Dagegen machen die Strategien des Gesandten Johann Wenzel von Gallas die Herausforderungen transparent, die es zu bewältigen galt, um sich erfolg- reich in einander überlappenden Netzwerken zu bewegen. Zuletzt ist es das Musik- theater der mährischen Aristokratie, das mit seinen bezeichnenden Übernahmen und Nicht-Übernahmen kaiserlicher Repräsentationsmodi Licht auf die Komplexität der Relation zwischen Hof und Erblanden wirft. Anmerkungen 1 Bruno Latour, Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netz- werk-Theorie, Frankfurt am Main 2007, 224–226. 2 Norbert Elias, Die höfische Gesellschaft. Untersuchungen zur Soziologie des Königtums und der höfischen Aristokratie, Frankfurt am Main 1983, 230. 3 Elias, Die höfische Gesellschaft (wie Anm. 2), 11. 4 Aleida Assmann, Feste als kulturelle Selbstinszenierungen, in: Sabine Haag/Gudrun Swoboda (Hg.), Feste Feiern, Ausstellungskatalog Kunsthistorisches Museum Wien, Wien 2016, 29. 5 Zur Differenzierung von Zeremonie und theatralem Fest siehe: Helen Watanabe-O’Kelly, Das Fest
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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