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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 254 -
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254 Sektion III: Netzwerke Freund verpflichtet wäre („pr[inz], vill r[e]dt, auch vicere Neapl, card[inal], er, der Schro[ttenbach]6, mus se[in], fr[eund] andenken“). Andreas Pečar charakterisiert die Rolle des Vertrauten Althann folgendermaßen: „In der persönlichen Interaktion, nicht in der formal abgesicherten Amtsposition, lag die Stärke des Favoriten Althann, die von allen Beteiligten am Kaiserhof, von den ad- ligen Hofmitgliedern ebenso wie von den auswärtigen Gesandten, erkannt wurde.“7 Dieses Bild bestätigen die Tagebücher, da Althann weniger in seiner Funktion als Oberststallmeister, also etwa bei Jagden, in den Notizen auftaucht als vielmehr bei abendlichen Gesprächsrunden. Nach seinem Tod wird der Freund weiterhin regelmä- ßig erwähnt, beispielsweise an Gedenktagen wie seinem Sterbetag, doch nimmt die Anzahl der Nennungen deutlich ab. Häufig stößt man auch auf die Erwähnung von Graf Rocco di Stella (ca. 1670– 1720), der aus der Gegend Bari und aus relativ einfachen Verhältnissen stammte. Er wird bereits seit dem ersten Jahrgang der Tagebücher 1707 regelmäßig genannt und konnte sich die in Barcelona inne gehabte Vertrauensstellung auch in Wien bewah- ren. Trotz seines Tods im Oktober 1720 taucht er in diesem Jahr verhältnismäßig oft (21-mal) in den kaiserlichen Notizen auf, woraus sein Einfluss deutlich wird. Hier gilt zu bedenken, dass gerade die Aufzeichnungen von 1720 mehrere Lücken aufwei- sen, etwa aufgrund des Tods der Mutter zu Beginn des Jahrs. Zum Vergleich werden Prinz Eugen elfmal oder der spanische Staatssekretär Vilana Perlas Marqués de Rialp (1663–1741) und Bernhard Georg Freiherr von Mikosch (gest. 1721) je fünfzehnmal namentlich genannt. Weniger bekannt ist Freiherr von Mikosch, der von Graf Althann unterstützt wurde und für den Kaiser ein wichtiger Ratgeber in Finanzfragen war, was dessen verhältnismäßig häufige Nennung belegt. Immerhin wird er fünfmal so oft wie Gundaker Thomas Graf Starhemberg (1663–1745) genannt, der als Präsident der Ministerialbancodeputation eine ebenso wichtige Ansprechperson des Kaisers in Fi- nanzfragen war. Beide waren Mitglieder der Geheimen Finanzkonferenz, die nur aus wenigen Personen bestand. Der Hofkammerpräsident Johann Franz Gottfried Graf Dietrichstein wird in den Tagebüchern hingegen gar nicht bedacht.8 Zum Tod von Mikosch notiert Karl VI. am 24. Dezember 1721 auch dessen Werdegang: „umb 3 nacht Mikosch, de[r] aus nichts herkomen, machen, nacher in came[r], auch sonst eyfrig, wohl dient, verstand, ich vertru[en] ih[m], gestorben, ½ G[o]tt sy gn[ädig]“. Nach dem Tod von Johann Michael Graf Althann dürfte durchaus ein Bemü- hen um die Nachfolge des Favoriten bei Hof eingesetzt haben. In der Funktion des Oberststallmeisters folgte Fürst Adam Franz von Schwarzenberg (1680–1732), der jedoch laut Aufzeichnungen des Kaisers ein „schlechter tausch“ war (15. April 1722). Die Zahlen der Erwähnungen des spanischen Staatssekretärs Perlas machen jedenfalls
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
Geschichte Vor 1918
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