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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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266 Sektion III: Netzwerke Christian August von Sachsen-Zeitz inne, dessen exekutiver Komprotektor Wolfgang Hannibal Graf von Schrattenbach (1660–1738) war.11 Eine weitere Schlüsselrolle besaß der zuständige Stellvertreter (Auditor) beim päpstlichen Appellationsgericht (Sacra Rota Romana/Tribunal Rotae Romanae). Er vertrat üblicherweise den Kardinal- protektor sowie den Botschafter und ihm kam u. a. die Aufsicht über die (deutsche) Nationalkirche Santa Maria dell’Anima zu.12 Zur Zeit des Spanischen Erbfolgekriegs verteidigten die Auditoren bei der Kurie die kaiserlichen Interessen. Etliche Audito- ren wurden – ähnlich wie die Gesandten – zu dieser Zeit aus den Reihen des habs- burgischen Adels rekrutiert.13 Der kaiserliche Botschafter vertrat seinen Souverän körperlich sowie symbolisch, man musste ihm also dieselben Ehren erweisen wie dem Herrscher selbst. Durch seine offizielle diplomatische Mission, seine prunkvolle Repräsentation sowie sein Wirken hinter den Kulissen strebte der Botschafter nach Restitution verlustig gegan- gener Privilegien und des verlorenen Respekts vor der kaiserlichen Majestät. Die Ziel- gruppen, die man erreichen wollte, waren nicht nur die bedeutendsten Prominenten (Kardinäle, Prälaten, Adeligen), sondern auch breite Schichten, die das notwendige Publikum der veranstalteten Festivitäten bildeten. So sollte die römische ‚kaiserliche Parthey‘ durch Anhänger aus allen Ebenen der gesellschaftlichen und kurialen Hier- archie gestärkt werden. Deren Gunst gewann man durch formale Handlungen (Höf- lichkeiten, Geschenke, Gegenleistungen) sowie durch Protektion (Beförderungen, Titel-, Diplom- und Lehensverleihungen) und schließlich durch direkte Bestechung. Die diplomatisch anspruchsvolle Zeit begann bereits vor dem Ausbruch des Spa- nischen Erbfolgekriegs. Ab 1689 in Rom, bemühte sich Anton Florian Fürst von Liechtenstein (1656–1721) intensiv darum, das damals tief gesunkene kaiserliche Prestige zu stärken, die Ansprüche seines Souveräns wieder geltend zu machen und dessen Position auf der „Bühne“ des römischen teatro del mondo zu festigen. Obwohl das Leben der barocken Oberschichten ohnehin eine permanente Inszenierung war, entsprach das römische Zeremoniell geradezu einer Wissenschaft, die man sich ohne Hilfe detaillierter Handbücher und Tabellen nicht aneignen konnte (Abb. 2). Um den zahlreichen Kollisionen von weltlichen und kirchlichen Hierarchien auszuwei- chen, bevorzugte man häufig eine informelle Begegnung al incognito. Der von Fürst Liechtenstein zusammengestellte Zeremonialkodex blieb maßgebend für alle künfti- gen kaiserlichen Abgesandten. Nach Liechtensteins Abreise ernannte der Kaiser den Gran Contestabile des Kö- nigreichs Neapel, Filippo Alessandro Colonna (1663–1714) – das Haupt des promi- nenten italienischen Geschlechts, dessen Gunst er für Wien für essentiell hielt – zu seinem außerordentlichen Botschafter. Wahrscheinlich der treueste pro-habsburgi- sche Adelige Italiens war damals Livio Odescalchi (1652/1658–1713) – der Neffe
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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