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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 270 -
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270 Sektion III: Netzwerke habende böhmische Adelige und jüngst ernanntes (1712) Mitglied des Geheimen Rats hatte die Jahre 1705–1711 als Botschafter in England verbracht und gleichzeitig die Ämter des böhmischen Obristmarschalls (seit 1708) sowie des Obersthofmeisters (1712) der frommen Erzherzogin Maria Elisabeth (1680–1741) inne gehabt.28 Gleich nach seiner Ankunft in Rom sollte Gallas den Papst privat besuchen, ihm seine Reverenz erweisen und den Termin seines öffentlichen Einzuges vereinbaren, den er mit aller Pracht („samt lärmenden Blasen“) zu realisieren hatte.29 Die ausführ- lichen Instruktionen für Gallas sahen weiter vor, mit den pro-habsburgischen Kar- dinälen in Kontakt zu treten, aber diejenigen, die während des Kriegs auf pro-bour- bonischer Seite (angioini) gestanden hatten (samt Kardinal Barberini), zu ignorieren. Eine Verbindung zur polnischen Königinwitwe wurde unterbunden. Sehr detailliert war das Verhältnis zum Gran Contestabile Colonna beschrieben. Im Falle etwaiger Unklarheiten sollte sich Gallas nach den von Liechtenstein verfassten Zeremonialre- geln richten.30 Zu den üblichen Aufgaben eines Botschafters gehörten die in der Regel zwei- mal pro Woche stattfindenden ordentlichen Audienzen beim Papst. Im Bedarfsfall konnte Gallas um eine außerordentliche (extraordinarie) Audienz ersuchen. Zweimal pro Woche musste er Depeschen nach Wien senden, an den Kaiser sowie an den Spanischen Rat, der die Angelegenheiten Spaniens und der italienischen Territorien verwaltete. Darüber hinaus beaufsichtigte der kaiserliche Botschafter am päpstlichen Hof den Betrieb der dortigen Kanzlei (praktisch durch den kaiserlichen Sekretär geleitet) samt deren italienischen, deutschen und spanischen Korrespondenzen. Er koordinierte auch die Tätigkeit der kaiserlichen Agenten, betreute alle Unterkünfte, an denen das kaiserliche Wappen prangte, und stand schließlich allen bedeutenden Reisenden aus dem Reich sowie aus den Erblanden zur Verfügung. Die Reise des Grafen Gallas nach Rom wurde im Februar 1714 bei Verona durch eine vierzigtägige Pest-Quarantäne unterbrochen.31 Endlich, am 21. März 1714, fuhr Gallas inkognito im Beisein Turinettis und in Begleitung der Kutschen des Gran Contestabile Colonna und Livio Odescalchi mit einem Sechsergespann in Rom ein. Er bezog Odescalchis Palazzo auf der Piazza Santi Apostoli, den man für ihn vorsorg- lich eingerichtet hatte32, nahm an den Osterfeierlichkeiten teil und besichtigte auch Villen außerhalb Roms. Der Einzug Der wichtigste Akt der diplomatischen Mission war der offizielle Einzug in Rom und die darauf folgende erste öffentliche Audienz beim Papst. Beides musste im Vo- raus geplant und gut vorbereitet werden. Vor seinem öffentlichen Einzug verweilte
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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