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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 287 -
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Musikdramatische Aufführungen als Spiegel musikalischer Feste am Wiener Kaiserhof 287 einige im Brief Ugartes genannt wurden, ist der interessanteste der in Austerlitz resi- dierende Maximilian Ulrich Graf von Kaunitz, der zwischen 1726 und 1740 – also eine für diese Funktion untypisch lange Zeit – mährischer Landeshauptmann war. Er wirkte zwar nur indirekt, jedoch entscheidend auf das mährische Musikleben, indem er als Unterstützer der städtischen Oper in Brünn auftrat. In seiner Funktion als Landeshauptmann erwirkte er, dass dem Antrag des Impresario Angelo Mingotti, der von Prag nach Brünn gekommen war und hier um die Errichtung eines neuen Opernhauses angesucht hatte, problemlos stattgegeben wurde.6 Das neue Teatro della Taverna auf dem Krautmarkt wurde im November 1733 eröffnet und Mingotti sein erster Pächter. Der Brünner Magistrat als Betreiber und Promotor des Opernpro- jekts – mit Graf Kaunitz an der Spitze – hat zusätzlich auf Mingottis Empfehlung und auf eigene Kosten den venetianischen Architekten Federico Zanoia engagiert, der hier als Theaterarchitekt beteiligt war. Aus den Widmungen in den gedruckten Libretti weiß man, dass zahlreiche Adelige als Mäzene einzelner Opernvorstellungen in Brünn wirkten. In der zweiten Gruppe lassen sich jene Adeligen zusammenfassen, die eigene Mu- sikkapellen besaßen. Hier einzuordnen sind insbesondere Johann Joachim Graf von Zierotin (Žerotín)7, der Residenzen in Velké Losiny/Groß Ullendorf, Olomouc/ Olmütz und Brno/Brünn besaß, Johann Leopold Graf von Dietrichstein8, der sich vor allem in seinem Palais in Brünn aufhielt, sowie die Grafen Antonio Rambaldo von Collalto und San Salvatore († 1740) und Thomas Vinciguerra von Collalto (1710–1769), deren Herrschaft sich in Brtnice/Pirnitz befand.9 Aufgrund aktueller Forschung lassen sich dieser Gruppe noch weitere hinzufügen, die ebenfalls größere musikdramatische Werke zur Aufführung brachten: Zum einen Carl Joseph Frei- herr de Souches, Hauptmann des Znaimer Kreises und Herr auf Jevišovice/Jaispitz, der einen eigenen Hauskomponisten und ein Ensemble unterhielt, wie durch ein einzelnes überliefertes Libretto eines 1734 in Znaim aufgeführten Oratoriums her- vorgeht.10 Zum anderen der Olmützer Kanoniker und Probst des Brünner Kollegi- atkapitels Johann Matthias von Thurn und Valsassina11, aus dessen Nachlassinventar sich schließen lässt, dass er mehrere Musikinstrumente und wohl eine eigene Ka- pelle besaß. Auch verfügte er über eine reiche Musikaliensammlung mit liturgischen, musikdramatischen und instrumentalen Werken. Außer den vorwiegend in Mähren wirkenden Opern- und Oratorienkomponisten (Wenzel Matthias Guretzky, Franz Anton Mitscha) oder auch in Mähren verbreiteten überregional bekannten Künstlern (Giuseppe Porsile, Francesco Bartolomeo Conti, Leonardo Vinci, Giovanni Battista Pergolesi) besaß Thurn auch Kompositionen von damals in Mähren wenig bekannten Komponisten wie Scarlatti (es ist nicht klar, um welchen Komponisten dieses Na- mens es sich handelte, wahrscheinlich aber um Alessandro), Andrea Fiore, Giovanni
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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