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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 306 -
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306 Sektion IV: Zeremonielle Räume und die „Öffentlichkeiten“ rer Kontexte zu Raum und Öffentlichkeit und sprechen dabei nachdrücklich Poten- tial und Desiderate zu künftiger Forschung an. So wird es sich als notwendig erweisen, die Profile der Interaktionspartner der Dynastie im Rahmen des Sender-Empfänger-Modells zu schärfen.9 Welchen Einfluss etwa nahmen sie auf die Formierung von Kunstwerken mit Aufgaben der Repräsen- tation oder von performativen Akten der Repräsentation und mithin von zeremoni- ellen Räumen und Teilöffentlichkeiten? Auch muss vermehrt der Positionierung des Künstlers, des Produzenten der künstlerischen Ausdrucksformen der Repräsentation, innerhalb dieses Modells Aufmerksamkeit geschenkt werden. Auf welcher Ebene ist er aktiv in die Akte von Zeremoniell und Repräsentation eingebunden? Steht er in ei- nem direkten Verhältnis zum Herrscher, agiert er in dessen unmittelbarem höfischen Einflussbereich (wie beispielsweise die Mitglieder der Hofmusikkapelle oder offizi- elle Hofkünstler) und damit als dessen persönlicher Repräsentant, oder wirkt er nur durch den medialen Charakter seiner Werke? Die Vertreter welcher (höfischen, städ- tischen, ständischen) Interessen geben dem Künstler den „concetto“, den ‚soggetto‘ für Feste und zeremonielle Ereignisse vor? So wie es also Themenrahmen für die Re- präsentationsakte gibt, so gibt es auch eine als verbindlich anerkannte künstlerische Symbol-Sprache. Für Karl VI. sind die Forschungen darüber bereits sehr weit fortge- schritten. Unter welchen Bedingungen entstehen derartige semantische Systeme, ab wann werden sie für welche Gruppen schlagend und gleichermaßen verständlich bzw. unter welchen Voraussetzungen verlieren sie ihre Gültigkeit? Hat ihre Wirkmacht überhaupt nachgelassen oder wirken sie bis heute in den Nachfolgestaaten im Rah- men der oben angesprochenen aktuellen Staatssymbolik und -repräsentation nach? Gerade in Zeiten von Umbrüchen wird häufig die Zurschaustellung des Neuen im öffentlichen Raum zelebriert. Trifft dies auch auf die Habsburgischen Länder zu oder wollte man hier 1740/45, 1804/1806 oder 1868 mit der Übernahme alter Symboli- ken v. a. im öffentlichen Raum bewusst Kontinuitäten konstruieren, wo es eigentlich keine oder nur mehr sehr brüchige gab? Griffen also die Habsburger bzw. ihre Berater auch nach dem Ende des ancien regime im öffentlichen Raum auf alte und durch unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen (Architektur, Malerei, Dichtung, Musik) geprägte Symbole (bewusst?) zurück?
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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