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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 347 -
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Der Herrscher im Bergwerk 347 den. Anhand des Beispiels dieser Visitationsreise des Römischen Königs Joseph, des Erzherzogs Leopold und Albert Kasimirs von Sachsen im Sommer 1764 sollen vor dem Hintergrund der dreizehn Jahre zurückliegenden Reise des Kaisers nicht nur die dahinterliegenden politischen und erzieherischen Motivationen erhellt werden. Unterschiedliche Strategien und Medien der Repräsentation im spezifischen monta- nistischen Metier bringen eine neue Perspektive auf die Herrscherrepräsentation im 18. Jahrhundert. Sowohl bei dieser Reise als auch bei derjenigen Franz I. Stephans wurde die Habs- burg-Lothringische Dynastie als ein Garant der Stabilität, des Wohlstands und Er- leuchtung durch Wissen dargestellt. Die ärarische Montanverwaltung als verlängerter Arm der Wiener Hofkammer in Münz- und Bergwesen, aber auch die freien königli- chen Bergstädte in Niederungarn3 bedienten dieses Programm durch eigene Positio- nierung als Profiteure dieser Garantie. Dabei war das Interesse des Habsburger Hofs alles andere als gemeinnützig und selbstlos, denn die finanziellen Einnahmen aus den ungarischen Edelmetall- und Kupferbergwerken waren immens und die Beziehun- gen zwischen der ärarischen Montanverwaltung und den auf Autonomie pochenden Bergstädten überhaupt nicht konfliktfrei. Das Berg- und Hüttenwesen als wichtiger Bestandteil der Einnahmen spielte im System des Staatsfinanzwesens der Habsburgermonarchie während des ganzen 18. Jahrhunderts eine wichtige Rolle und wurde zunehmend ab Ende des 17. Jahr- hunderts in dieses System integriert.4 Die Bestrebungen nach einer Lösung der wirt- schaftlichen und politischen Probleme der Monarchie in der Zeit des Österreichi- schen Erbfolgekriegs mündeten Ende der 1740er-Jahre in tiefgreifende Reformen der Staatsverwaltung, und zwar besonders der Finanzverwaltung. Sie berührten im We- sentlichen auch die staatliche Montanverwaltung, der die ärarischen Unternehmen in der Monarchie unterstellt waren. Auf höchster Verwaltungsebene führten diese Reformen zur Emanzipierung der obersten Stelle des staatlichen Berg- und Hütten- wesens von der ‚allgemeinen‘ k. k. Hofkammer. Ihr unterstanden auch die ungari- schen Bergwerke und diese waren somit außerhalb des Wirkungsbereichs ungarischer Stände. Es ist kein Zufall, dass gerade in den 1740er-Jahren der mehr als anderthalb Jahrhunderte andauernde Konflikt über Beschneidung der Vorrechte bergstädtischer Autonomie im Bereich des Bergrechts zugunsten der ärarischen Montanverwaltung beendet wurde. In der Zeit des Siebenjährigen Kriegs wuchs das Staatsdefizit in eine bis dahin nie dagewesene Höhe. An seiner Sanierung musste auch das Berg- und Hüttenwesen beteiligt werden. Laut dem gegen Ende des Siebenjährigen Kriegs ausgearbeiteten Staatsinventarium5 lagen die lukrativsten staatlichen Bergwerke im Königreich Un- garn. Die böhmischen Bergwerke wirtschafteten sogar mit Verlust und in den öster-
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
Geschichte Vor 1918
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