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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Seite - 350 -
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350 Sektion IV: Zeremonielle Räume und die „Öffentlichkeiten“ Gran und Fürst-Primas von Ungarn Kardinal Peter Pázmány (1570–1637) nicht nur die Münze21 in Kremnitz, sondern auch die Silberbergwerke und Hütten in Schem- nitz und die Kupferbergwerke und -produktion bei Neusohl. Diese unterstanden allerdings seit der Mitte des 16. Jahrhunderts direkt der kaiserlichen Kammerver- waltung (k. k. Niederösterreichische Kammer), und sein Besuch wurde mit sehr gro- ßem Widerwillen zur Kenntnis genommen. Dem Schemnitzer Oberkammergrafen, als dem zuständigen ärarischen Oberbergbeamten, wurde danach befohlen, solche Besuche ausschließlich nach vorheriger Bewilligung durch die vorstehende Wiener Behörde stattfinden zu lassen.22 Bereits diese Episode aus dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts zeigt das angespannte Verhältnis zwischen dem ungarischen Hoch- adel und der kaiserlichen Kammerverwaltung bezüglich der Verwaltungsrechte an den in Ungarn liegenden Edelmetall- und Kupferbergwerken und den mit ihnen verbundenen Produktionen. Die politischen und pädagogischen Motivationen für die Reise Josephs, Leopolds und Al- bert Kasimirs nach Niederungarn Die Reise der Söhne und des Schwiegersohns knüpfte eindeutig an das Vorbild der letzten kaiserlichen Reise an, allerdings ergaben sich auch neue Motivationen und Schwerpunkte, die nicht nur mit dem größeren Umfang der Reise zu tun hatten. Nachdem Joseph, Leopold und Albert Kasimir einige Tage zuvor an den Sitzungen des im Sommer 1764 in Preßburg gehaltenen ungarischen Landtags teilgenommen hatten, begaben sie sich im Anschluss daran in Richtung Nordosten in das niederun- garische Bergbaugebiet.23 Der bereits mehrere Wochen zuvor sorgfältig geplante Besuch wurde auf den ausdrücklichen Wunsch der Eltern ins Programm der Ungarnreise der Söhne auf- genommen. Franz I. Stephan und Maria Theresia, die sich auch sonst intensiv um die Bildung ihrer Kinder kümmerte, wählten absichtlich diesen montanistischen Schwerpunkt für die Reise ihrer Söhne.24 Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie dadurch die Erzherzöge stärker an die praktische (in diesem Fall montanistische) Wissens- kultur als Ergänzung zu der Bildung am Hof heranführen wollten. Gleichzeitig aber war der Besuch auch ein wichtiges aktuelles Politikum. Es galt die auf dem Landtag in Preßburg erneut erhobenen Ansprüche der Ungarischen Hofkammer deutlich ab- zuwehren. Beherrscht vom ungarischen Hochadel versuchte diese Behörde bereits 1749 die Verwaltungshoheit über den staatlichen Bergbau und zusammenhängende Angelegenheiten zu erlangen, so wie es bereits im Jahr 1743 im Fall des Salzwesens gelungen war.25 Damit würde eine weitere besonders wichtige Einkommensquelle der direkten Kontrolle der Wiener Zentralverwaltung entzogen werden.
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Titel
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Untertitel
1618–1918
Herausgeber
Werner Telesko
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
448
Kategorien
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