Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Technik
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
Seite - 71 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 71 - in Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen

Bild der Seite - 71 -

Bild der Seite - 71 - in Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen

Text der Seite - 71 -

UteKalender Zählen versus Erzählen?Gedanken zuDigitalisierung undBildung „GebildeteSubjektivitätkannniegezählt, siekannnurerzähltwerden!“– so ein noch immerweit verbreitetes Credo vieler Geisteswissenschaft- ler*innen, geht es um dieDigitalisierung der Lehre, der eigenenWis- sensbestände, ja der Bildung imAllgemeinen. Ausgedrückt wird damit eintiefesMisstrauengegenübereinerPolitikderZahl,hierverstandenals das FaktumunddasVersprechen, immermehr sozialeMilieus inklusive derBildung für algorithmischesRegieren zuöffnen, zu erschließenund zudurchdringen (Alonso, Star 1987;Doneda,Almeida 2016). Oft imaginiert das kritische Credo ein der Digitalisierung vorgän- giges, ungeteiltes, unentfremdetes Bildungs-Subjekt, mal mehr, mal weniger ausgesprochen. Es ist ein Bildungs-Subjekt das jenseits seines Ideals nie existiert hat, dennoch aber dem digital geteilten Bildungs- subjekt entgegengestellt wird. Eswerde in derDigitalisierung entwirk- licht, entsinnlicht,manipuliert, vor allem aber ökonomisiert. Siehtman sichaberdieErfahrungsweltenjeneran,dieinundmitderDigitalisierung leben, lässt sich ein solcher Einspruch nicht halten. Erfahrung ist kein unproblematischer, nie ein unschuldigerBegriff.Dennoch: viele digital Vermessene sagen,dassdasDigitale für siebedeutet, endlicheinmalganz wahrgenommen zuwerden, endlich als sie selbst anerkannt zuwerden. Transgender-Jugendliche erfahren erst im Internet, dass es außer Ihnen nochanderegibt,diesichähnlichfremdinderSchule,aufdemSportplatz und in der eigenen Familie fühlen (Erlick 2018). Teilnehmende von Gesundheitsstudien durchlaufen ein sechsstündiges, hochgradig digitali- siertes Forschungsprogramm und beschreiben das Studienzentrum im GegensatzzurHausarztpraxisalseinenOrt,andemsiealsMenschvollzur Geltungkommen (Kalender&Holmberg 2019). Als eine kritische Gegenpraxis gilt das digitale Detoxen – dieMe- dienenthaltsamkeit.Vonmir selbst gernundgenussvoll praktiziert,wird digitales Detoxen auch von Lehrenden und Lernenden regelmäßig als angemesseneHaltung indigitalenZeitenangepriesen. ImGrunde ist die Forderung des Medienverzichts aber ein Mittelschichtsmantra, eine kritischeBekundung eben jener, die über dieMittel derDigitalisierung verfügen,daranteilhaben,bereitsTeil–Geteilte–sind(Avanessianabger. Open Access. © 2020 Ute Kalender, publiziert von De Gruyter. Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 Lizenz. https://doi.org/10.1515/9783110673265-006
zurück zum  Buch Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen"
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?