Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Technik
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
Seite - 72 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 72 - in Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen

Bild der Seite - 72 -

Bild der Seite - 72 - in Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen

Text der Seite - 72 -

2019) und diemeist mit dem sogenanntenGlobalenNorden assoziiert werden. Eine solche politische Praxis provoziert geradezu denEinspruch je- ner, die inZonen des globalen Südens leben.Oder dieGegenrede be- freundeter BerlinerKünstler*innen, dieMonate auf ein iPhone sparen, denRechner nicht reparieren lassen können, kein Geld für ein neues Ladekabel haben. Oder den Einspruch jenes Geflüchteten, der sich in seinerUnterkunft umgebracht hat,weil sein Smartphone kaputt ging – under sonicht längerKontaktzuseinerFamiliehaltenkonnte.Oderdas UnbehageneinerFraunacheinemlangenWorkshop-Wochenende,das zudigitaler Enthaltsamkeit aufgefordert hatte. Digitales Detoxen ist eine Haltung, die an den großen Fragen der Digitalisierungvorbeigeht.Zudurchdenkenwäre eher, umImpulse aus einemvorabderKlausur zirkuliertenPitch aufzunehmen:Mitwelchen ausgrenzendenStadtpolitikengehtdieErrichtungeinesGoogleCampus einher?Werkannsich leisten, inderUmgebungzuwohnen?Wermuss wegziehen?Wen adressiert der Google Campus als ideales Bildungs- subjekt? Die Diversen zwar, aber immer die kognitiv Starken? Auf welchenfalschenDiversity-VorstellungenbasierendieBildungspolitiken Googles?Welche neuen Formen des Datenkolonialismus (Couldry & Mejias2019), impliziertdieDigitalisierungderBildung?WirdderLern- Algorithmus verbessert?Oder fließt derGewinn andieLernendenund Lehrenden in den Institutionen zurück, die Inhalte enmasse und un- bezahlt bereitstellen – oder anders ausgedrückt: ohne deren flüchtigen, ephemeren Praktiken, ohne deren affektive, feminin codierte Arbeit keine Plattform je existieren kann. Wer verfügt schließlich über die Ressourcen,umzueinemdigitalenBildungssubjektwerdenzukönnen? So bindet Corinna Schmechel in ihrer feinkonturierten, empirischen Analyse vonGeschlechtersubjekten derQuantified-Self-Bewegung die Debatte um digitale Selbstvermessung an Fragen von gesellschaftlicher Ungleichheit in der Sorgearbeitsverteilung. Die Sportsoziologin stellt AussagenvonFrauenausOnlineforenindenMittelpunkt,diesagen,dass siegernminutiös jedeKörperregung, jedeGewohnheitundjedesGefühl protokollieren, sichzeitintensivdas technischeKnow-howaneignenund mitGleichgesinntenaustauschenwürden,aberdreiKinderhättenundihr wenigesGeld in derBioCompanyund ihre knappeZeit beim selbstge- kochtenEssen amHerd ließen (Schmechel 2016). Schließen möchte ich mit der Imagination neuer Ästhetiken der Existenz, wie sie auch der Abendvortrag von Sara Lisa Vogl auf der Dießener Klausur anriss, aber auch der momentane Glitch- oder UteKalender72
zurück zum  Buch Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen"
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?