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GerhardLauer
Gibt es digitales Lernen?
„Ich will die Universitätslandschaft revolutionieren. Nicht nur in
Amerika, sondern weltweit. Das System hat sich seit Hunderten von
Jahrenkaumerneuert.Es ist insbesondere indenVereinigtenStaatenein
elitäresSystem,dasBildung füreinenkleinenKreis vonPrivilegierten in
denIndustriestaatenanbietet.Daswollenwir ändern,unddamitwerden
wirGeschichte schreiben“, sobeschreibt SebastianThrun seineMission
einer Revolution des Lehrens und Lernens (Thrun 2015). Schon der
erste, zusammen mit Peter Norvig unterrichtete Online-Kurs zur
künstlichenIntelligenzhatte2011mehrals160.000Hörerausderganzen
Welt, vondenen23.000dasAbschlussexamengemacht haben, undwar
damitweltweit dergrößteKurs, derbisdahin jeunterrichtetworden ist.
Es hat dann noch einmal einige Jahre gedauert, bis diese Art digital zu
lehren, dieUniversitätslandschaft verändert hat.Heute gehörendie von
Thrun zusammenmit PeterNorvig, AndrewNgund JenniferWidom
nachVorbildernwieKhanAcademy, Lynda.com, StackOverflow ent-
wickelten Massive Open Online Courses (MOOCs) und verwandte
Konzepte für digitales Lernen zumAlltag fürMillionen vonMenschen
und das jeden Tag. Lernen ist selbstverständlich auch digitales Lernen
geworden undCoursera, Udacity, EdX, FUN, FutureLearn,NovoEd,
Iversity, J-MOOCu.a. sind so etwaswie eineUniversität in, aber auch
nebenderUniversität.InderSummeistdaszwarkeineRevolutionierung
dergesamtenUniversitätslandschaft, abereinenAnfanghabenMOOCs,
AugmentedRealityTeaching,E-undBlendedLearningundverwandte
Konzepte längst gemacht (Ng&Widomo.J.).
Der Erfolg der MOOCs hat mit zwei Eigenschaften des digitalen
Lernenszu tun.Es ist skalierbarundeskannsowohlalsTeiluniversitärer
Kurse und hier zumeist in der Form eines Blended Learning genutzt
werdenwieaußerhalbvonUniversitäten imBereichderWeiterbildung.
Trotz solcher und ähnlicher Erfolge sindNutzen undNachteil des di-
gitalenLernensweiterhinumstritten.RedendieeinenvondenVorteilen
der Personalisierung des Lernens, angepasst an individuelle Lernfort-
schritte,betonendieMöglichkeiteneinesorts-undzeitflexiblenLernens
besonders imBereichderWeiterbildungoderdieChancen,barrierefreier
zulernenundimmerauchdieNotwendigkeit,dieneuen,gesellschaftlich
nachgefragten Fähigkeiten imUmgangmit Daten, Informationen und
Open Access. © 2020 Gerhard Lauer, publiziert von De Gruyter. Dieses Werk ist
lizenziert unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 Lizenz.
https://doi.org/10.1515/9783110673265-007
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Titel
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Untertitel
- Einwürfe und Provokationen
- Autoren
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Herausgeber
- Bert te Wildt
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Oldenburg
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Kategorie
- Technik