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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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Wissenerwerbenzukönnen,soverweisendieKritikeraufdienotorische AblenkungdurchdigitaleMedien,diefehlendeInfrastrukturgeradeauch in Schulen, benennen die mangelnde Ausbildung von Lehrern im UmgangmitdenneuenMedienunddengeringenNutzenfürdasLernen selbst.WasdieeinenPersonalisierungnennen, istdenanderenKontrolle des Einzelnen. Solche und ähnlicheDebatten umdenNutzen von In- strumentenzumverbessertenLernensindnichtebenneu.VonPlatoüber den Nürnberger Trichter bis zu Skinners automatisierten Lehrer be- stimmen konventionalisierte Argumente die Diskussion, ob Schrift, Bücher, Filmeoder Sprachlabors nützlich für denUnterricht seien. Ein VergleichheutigerDebattenbeispielsweisemitPaulSaettlersAHistoryof Instructional Technology von 1968 gibt einen Eindruck, wie wenig grundsätzlichNeues die gegenwärtigenDiskussion umdas digitale Ler- nendenälterenDiskussionender60er Jahrehinzugefügthabenundwie seltenQuerläuferwiedamalsGordonPask (Pask1961) und seineKritik des Behaviorismus waren und es heute Visionäre wie Sebastian Thrun sind.DieDiskursivierungderDebattenmit ihrenRoutinen,wennnicht Dramatisierungen derArgumente undMeinungenumdas digitale Ler- nen bestimmen gleichwohlwesentlichmit,was unter digitalemLernen verstandenwerden kann und sind insofern entscheidungsrelevant (Sel- wyn,Pangrazio2019).Sieverstellendabei,wasdas füreinLernenist,das unter den Bedingungen der Digitalisierung zu entwickeln ist. Im Fol- genden argumentiere ich, dass auch das digitale Lernen seinenAusgang beiderPsychologiedesLernensnehmenmussunddannalleGründehat, das digitale Lernen zukultivieren. 1 Lernen ist einhöchst sozialerProzess, unddas hat erst einmal nichtsmit Instrumenten,Werkzeugen undMaschinen zu tun, sondernmit Evo- lutionundEntwicklungspsychologie.UnterdenHomininen,vondenen wir die letzte, überlebende Population sind, haben wir im Lauf der Trennung von anderen Primaten vor ca. sechs Millionen Jahren die NischeeinessehrausgeprägtenkooperativenVerhaltensbesetzt.Gemeint istmitdieser„Ultra-Kooperativität“desMenschen(Tomasello2019,11) dessenFähigkeit zurgemeinsamenintentionalenAufmerksamkeit, inder wir die Perspektive anderer übernehmen können und auf dieseWeise unser eigenes Wissen über die Welt erweitern können. Schon neun Monate alte Säuglinge können eine gemeinsame Aufmerksamkeit mit Gerhard Lauer78
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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