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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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anderenherstellen,umdadurchdieSpracheihrerUmweltzulernen.Mit drei Jahrensind sie inderLage,dieErwartungenanderer an sich selbst in ihrHandeln einzubauen und so eine kollektive Intentionalität für ihre Selbstregulation auszubilden. Die Welt der Menschen ist vom ersten Monat an voller Intentionen, nicht nur der eigenenAbsichten, sondern auch der anderer, die zu verstehen undmit eigenenWahrnehmungen undAbsichten abzugleichen sind. InderTraditionvonLewWygotskiundJeromeBrunerhabenschon in den 70er JahrenPsychologenwieColwynTrevarthen (Trevathen& Hubley 1978) begonnen, das reiche emotionale Leben der kindlichen Aufmerksamkeit für andere zu entdecken und damit gegen die damals dominierenden, egozentrischen Theorien Freuds und Piagets die alt- erozentrische Personalität von Kindern aufzuzeigen (Bråten 2007). Kinder lernen in den erstenMonaten ihre Emotionenmit anderen ab- zustimmen,könnenbald schongemeinsame,kognitiveAufmerksamkeit mit anderen teilen und schließlich zwischen demzweiten und sechsten Lebensjahr auch symbolische Konversationen nutzen, um komplexe Intersubjektivität herzustellen. Für das Lernen ist das zentral, dennwir lernensogezieltvonanderenundvermögenfrühschonzuunterscheiden, vonwem zu lernen sichmehr lohnt als von anderen. Von ,natürlicher Pädagogik’ istdeshalbdieRede,weilwirwievonselbst lernenunddafür unsere sozialeWelt zu verstehen versuchen (Csibra&György 2009). Indem wir Objekte und Wissen gemeinsamer Aufmerksamkeit herstellen, entsteht einCommonGround,denmanauchKulturnennen kann. JohnSearlehatdieseZusammenhängeprägnant zusammengefaßt: Collective intentionality presupposes […] a sense of others as more than mere conscious agents, indeed as actual or potentialmembers of a cooper- ative activity […]The biologically primitive sense of the other person as a candidate for shared intentionality is a necessary condition of all collective behaviour and hence of all conversation. (Searle 1990 414f) GemeinsamesVerhalten auszubilden, Sprache zuentwickelnund stabile InstitutionendesLernensaufzubauen,dasallesbasiert aufderkollektiven Intentionalität desMenschen, die für uns auch im 21. Jahrhundert be- stimmendbleibt. IndieserhistorischlangenPerspektivesindSchulenund Universitäten institutionalisierteFormendernatürlichenPädagogikund auchdigitalesLernen ist es, so langeder alteAdambzw.die alteEva aus demselbenkrummenHolzgeschnitzt istwie indenJahrtausendenzuvor. Gibt es digitales Lernen? 79
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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