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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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2 Wir lernenvondenen,dieetwasbesserkönnen,geübter sindoder schon länger eineTätigkeit ausüben.Das erklärt, warumwirwählerisch sind, vonwemwir lernen.AlsKinder lernenwirehervonÄlterenund lernen seltenervonGleichaltrigen,Jüngerenoderdenjenigen,derenFähigkeiten wiralswenigergeschickteinschätzen.AlsÄlteresuchenwirweiterhindie Sachkundigeren, Erfahreneren und Geübteren auf, um von ihnen zu lernen.Das ist derGrund,warumHundertausende von einem so sach- kundigen Lehrerwie SebastianThrun lernenwollen. Lernen ist darum genaubesehennicht selbstgesteuert, sonderneinhöchst sozialerVorgang des Intentionsabgleichs, bei dem das Selbst seine Umwelt danach be- wertet, wo sich das Lernen lohnt, ein Vorgang, der seinerseits gelernt werdenmuss.VordiesemHintergrundwundertesnicht,dassJohnHattie in seiner zuRecht vieldiskutiertenMetastudieVisibleLearningvon2008 zu dem ernüchternden Befund kommt, dass ein großer Teil pädagogi- scher Konzepte wie offener Unterricht, Team Teaching, aber auch Faktoren wie Klassengröße, Hausaufgaben, (digitale) Schulausstattung nachrangigfürdenschulischenLernerfolgsind,nichtaberdieBefähigung des Lehrers oder der Lehrerin und deren sichtbaren Anstrengung zu lehrenund selbst zu lernen (Hattie2008).Wer lehrt, das zählt, vor allem dessen oder deren Fähigkeit, das eigene Lehren seinerseits selbst zu be- fragen, dasLernen also sichtbar zumachen, gerade auch fürdie, die von ihmoder ihr lernen.Wie jemand selbst lernt, istVorbild für diejenigen, die von ihm lernen. LernenwirdsichtbarerstensdurchWiederholung.Dawir soraschso vieleswiedervergessen,brauchenwirdasÜben,gleichobesumhöhere Mathematik, erste Schritte des Lesens oder das Erlernen, einKlavier zu spielen, geht. Keine Digitalisierung kann uns diese Anstrengung ab- nehmen. Lernen braucht den persönlichen Einsatz, dieMühe und die Anstrengung. Zweitenswird Lernen sichtbar, wenn es eineHerausfor- derung ist, etwas zuwissen und zu können,wasman vorher nicht ver- standenundnichtzuhandhabenwusste.DasschließtMisserfolgeundden produktivenUmgangmit Fehlern ein. Lernenmuss daher nichtmög- lichst leicht gemachtwerden, sondern herausfordernd gestaltetwerden. Erst dannwird das Lernen zu einemErlebnis vonZufriedenheit, etwas bewältigt zu haben, was man zuvor nicht konnte. Und drittens wird Lernen sichtbar in einem positiven Gegenüber von Lehrenden und Lernenden.Weretwaslernenmöchte,brauchtnichteinenLernbegleiter, sonderndas,wasHattie einen„change agent“nennt, jemand, der etwas GerhardLauer80
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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