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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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lernen. Denn mit der Digitalisierung des Lernens skaliert nicht glei- chermaßen die kollektive Intentionalität.Manmuss schonwissen, dass man bei Sebastian Thrun sehr viel über künstliche Intelligenz lernen kann. Das digitale Lernen braucht ja deutlichmehr institutionelle Ab- stützung, um Zutrauen in die Verlässlichkeit des Lernens zu sichern. Genau das leistenUniversitäten. Sie sind institutionellerGarant kollek- tiver Intentionalität, ohne die Lernen nicht gelingen kann. Siemachen Lernensichtbar.IntentionalitätskaliertnichtmitderDigitalisierung.Kein Zufall, dass MicroMaster-Studiengänge Online-Lernen und Campus- Präsenz verknüpfen.Universitäten sind gerade unter denBedingungen derDigitalisierungMarken,derenNamesicherstellt,dasshierGescheites gelernt werden kann. Zu diesem institutionalisierten Vertrauen gehört dann auch eine verlässliche und skalierbare Infrastruktur.Wer dieDe- battenumdieEuropeanOpenScienceCloudoderumKonzeptefüreine Schul-Cloud auch nur ansatzweise kennt, weiß, wie aufwändig und schwierig es ist, große, dauerhafte und damit vertrauenswürdige Infra- strukturenzubetreiben,damitdieWelteinKlassenzimmerwird.Eswäre naiv zu glauben, mit der Digitalisierung hielte eine flache, selbstbe- stimmte Lernumwelt Einzug. Digitalisierung bedeutet immer auch funktionale Ausdifferenzierung und korreliert mit Komplexitätssteige- rungen, die institutionell abgefedert werden. Daher steht zu erwarten, dass mit den exponentiell angewachsenChancen des digitalen Lernens funktionaleKomplexitätssteigerungen einhergehen.Die digitale Selbst- ermächtigung des Lernens zu behaupten und die flache Welt des selbstangeleiteten Lernens zu versprechen, ist naiv. Entdifferenzie- rungsphantasien sind für das digitale Lernennicht angemessen. DieRevolutionierung derUniversitätslandschaft, von der Sebastian Thrunspricht,hatkaumangefangenundihreFolgenwerdenbislangnur ansatzweise besprochen.Noch unterrichtenUniversitätenDigital Lite- racy nur vereinzelt, gehört eine Einführung in digitale Lernwelten nur selten zur Ausbildung von Physiklehrerinnen oder Geschichtslehrern. Computergestützte,kollaborativeWeisendesLehrens sindnichtTeildes RoutinelehrplananSchulenundHochschulen.Aberdievielen,dieheute schon mit MOOCs lernen, über Twitter fachwissenschaftliche Ent- wicklungen diskutieren, digitalisierte Bibliotheken benutzen oder auf GitHub ihre Scripte teilen, haben längst angefangen, das Lernen zu verbessernunddafürdigitaleMittelzunutzen.DamitwirddieWeltnicht einfacher, sondern eher modern, und das heißt komplexer und selbst- reflexiver, auchundgeradedort,woesumdasLernengeht.Hierwarzu zeigen, dass dieKonzeptualisierung des digitalen Lernens gut daran tut, Gibt es digitales Lernen? 85
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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