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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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AllesGenannte tritt inKonfliktmit einerRolle, diedieHochschule in der deutschenGesellschaft gespielt hat und noch heute spielt. Sie ist nämlicheinOrtderAbgrenzung,derDistinktion:DerUngebildetenvon denGebildeten,derStudierendenvondenDoktorierendenundvonden Professorinnen und Professoren. Obwohl sich das vonHochschule zu Hochschule und von Fach zu Fach unterscheidet, ist das Bestehen auf Titeln, gewissenKonventionen und Status in derAcademia berüchtigt. Unter anderem durch formalisierte Abschlüsse und eine eigene, ab- sichtlich distinguierte Sprache erfüllt dieHochschule die Funktion, ge- sellschaftliche Schichten voneinander zu trennen. In dieser Eigenschaft steht sie derDigitalisierungdiametral entgegen. DieSchwierigkeitderAnpassungbestehtalsonicht,wiehäufigzitiert, ineinemMangelanZeitoderanfinanziellenMittelnoderanKonzepten. Die größte Schwierigkeit – diese Erfahrung zieht dieAutorin aus ihrer eigenen praktischen Arbeit in der Digitalisierung verschiedener Bil- dungsinstitutionen– liegt indenRollen.Wie sehenLehrende sich?Wie sehen sieLernende?WiewerdenKonzeptevonAutorität,Respektund Kontrolle implizit auf das eigeneHandeln angewendet?Wir alle haben eine Vorstellung davon, was unsere Rolle in der Gesellschaft ist. Die Rolle von „Professor“ ist geprägt von Jahrzehnten des Beobachtungs- lernens,damit auchvon innerenSchemata,dieeinemselbstoftgarnicht bewusst sind.DerAkt, sichvoneinemStudierendenetwasbeibringenzu lassen,oderunfertigeFolienzuzeigen,oderKolleginnenbzw.Kollegen perTweetumRatzufragen,konfligiertmitderErfüllungdieserRolle.Je mehrAutorität einerRollezugeschriebenwird,desto schwieriger fällt es der Inhaberin oder des Inhabers einer Rolle, etwas Unfertiges oder Unperfektes zupräsentieren.Dies ist aber,wasdieDigitalität abverlangt. DiewirklicheVeränderung der Institution kann also nicht von der Institution selbst ausgedacht werden. Es ist fast unmöglich, das System HochschulemitdigitalenMittelnzureproduzieren. Jedenfallswürdedas eine völlig sinnfreieÜbung sein.Digitalisierung der Bildung bedeutete nie, dassman die Bücher jetzt als PDF auf demTablet liest.Wirkliche Veränderung hin zu Digitalisierung muss von der Seite der Anforde- rungen der digitalenWelt gedacht werden. Sie reformiert die gesamte Institution.Dies bedeutet zwei gangbareMöglichkeiten: entwederman tauscht alle Menschen aus, die in der Institution arbeiten – oder man reformiert dieMenschenmit. DieFrage lautet alsonicht:„WiedigitalisierenwirArbeitsprozesse?“ sondern „Wie verändern wir Rollenbilder?“. Das ist keine einfache Angelegenheit. Je länger Menschen gelernt haben, wie eine Rolle zu MarinaWeisband102
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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