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Abgabe einesTeils dieserAutorität in derTat eineArbeitserleichterung
darstellt. Das Menschenbild, dass Lernende eine im Wesentlichen
chaotischeMassesind,dieeszukontrollierengilt,damitsieetwaslernen–
eine vor allem in der Schuleweit verbreiteteAnsicht –,muss verändert
werden hin zu einemBild vonLernenden, die verantwortliche Partne-
rinnen und Partner im Lernprozess sind. Ihnen stellt man die eigene
Erfahrung,dieFähigkeitzurEinordnung,daseigeneWissensnetzwerkals
RessourcezurVerfügung.DiesmachtdieeigeneArbeit interessanterund
–nachallem,waswirausderPsychologieüberLernenwissen–auchsehr
viel fruchtbarer.Es isteinMenschenbild,das füreindigitalisiertesLernen
absolut zentral ist.Denn sonst läuftDigitalisierungdesLernens auf eines
hinaus: einen höheren Stromverbrauch und mehr Überwachung von
LernendenundLehrenden.
Die eigeneRolle in derWelt zu verändern, gehört zu den schwie-
rigstenAufgaben,dieeinMensch leistenkann.Dennoch sindwir inden
nächsten Jahrendarauf angewiesen, dassMenschendiesmassenhaft tun.
DenndieInformationsgesellschaftdrängtuns,dasswirBildungvölligneu
denken.DieserProzesskanngelingen,abernur,wennallemitgenommen
werden und alsGestaltende ernst genommenwerden. Eine gute Faust-
regel fürOrganisationsentwicklung ist indiesemZusammenhang:Wenn
es einfach ist,machenSie es falsch.
MarinaWeisband104
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Titel
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Untertitel
- Einwürfe und Provokationen
- Autoren
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Herausgeber
- Bert te Wildt
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Oldenburg
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Kategorie
- Technik