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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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2 Die Hochschulen m!ssen wieder zu wirtschaftlich und politisch unabh"ngigen Thinktanks werden. In ihren besten Zeiten und in den progressivsten Gesellschafen fungierten Universitäten stets als herausragende Impuls- geber für gesellschaftliche Entwicklungen. Ihre Universalität und ihre Unabhängigkeit versetzen sie in die Lage, inweit offenen Spielräumen undweit vorausdenkendenHorizonten zu denken und zu experimen- tieren, um die gesellschaftliche Entwicklung schließlich auch auf der Handlungsebene voranzubringen. Dies geht soweit, dass in der Ver- gangenheitvonUniversitätensogarRevolutionenausgegangensind,dies freilich sowohl aus ihnenheraus als auch aus ihrer Peripherie. In den letzten Jahrzehnten scheinen diejenigenDenkfabriken, von denenein revolutionärer Impact ausgeht, eher imSektor derWirtschaft zu verorten zu sein, ursprünglich vor allem im sogenanntenmilitärisch- industriellen Komplex und nun vor allem in der IT-Branche, insbe- sondere in ihrem Epizentrum, dem Silicon Valley. Die ökonomische Dimension der digitalen Revolution schien zunächst untrennbar ver- bundenmit dem, was wir heute unter globalemNeoliberalismus ver- stehen. Es braucht kaum betont zu werden, dass sich demokratische Gesellschaften nicht darauf verlassen können, dass derMarkt auch das politischeGeschäft gut zu regeln vermag.Vor dem,wasGesellschaften undStaatenzusammenhält,machendieglobaloperierendenIT-Giganten allerdings nicht Halt, wenn sie nach immer fundamentaleren Disrup- tionen trachten. Längst haben sich beispielsweise an denHochschulen vorbei Bildungseinrichtungen entwickelt, die das Versprechen in sich tragen,Studiengängebesser, innovativerundeffizienterzugestalten.Und immer mehr Heranwachsende und Unternehmen scheinen ihnen das auch zuzutrauen. Es wird Zeit, dass sich die Universitäten ihre Kern- kompetenz als Thinktanks zurückholen und sich daraus ihre Existenz- berechtigung sichern. Ob dies gelingt, dürfte entscheidend davon ab- hängig sein, inwieweitdieUnterschiedeundGemeinsamkeitenzuden Thinktanks der Industrie transparent herausgearbeitet werden können. Dazu ist eswichtig, dass dieUniversitäten erstens budgetär in die Lage versetztwerden, umklugeKöpfe zukonkurrieren, frei zu forschen, um sich zweitens aber auchmit demEntdeckten undEntwickelten irgend- wann auch ökonomisch unabhängigmachen zu können, ohne dass die Universitäten–unddas ist die größteSchwierigkeit dabei – amEnde in erster Linie zu Inkubatoren für die heißesten Startupswerden, die dann wiederumvonden IT-Riesen einverleibtwerden. ZurBedeutungderHochschulen imZugeder digitalenRevolution 109
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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