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wand fürDozierende und eine stimmigeAufteilung auf Präsenzveran-
staltungenundOnline-Lernen.
JenachFachoderLehrveranstaltungmacht es Sinn, digitaleMedien
nichtnur als Lerninstrument einzusetzen, sonderndendigitalenWandel
inGesellschaft,Wirtschaft,Recht,WissenschaftundArbeitswelt an sich
zu thematisieren.
Nichtzuletztgilt es auspädagogisch-didaktischerSichtund imSinne
der Konzentration gegebenenfalls Maßnahmen zu treffen, dass mobile
Geräte zweckmäßig eingesetzt werden können und nichtmehrheitlich
zumStörfaktorwerden.FürVorlesungenwurdebeiderLaptop-Nutzung
eine Art Passivrauch-Effekt nachgewiesen: Wer auf einen Bildschirm
blickt, an dem außerhalb des Vorlesungsthemas gesurft und gechattet
wird, ist genausoabgelenktwiediePersonvordemLaptop.Gleichzeitig
wäre einvollständigesVerbotmobilerGeräte imUnterricht –gerade an
Hochschulen – nicht zeitgemäß. Interessant sind beispielsweise Experi-
mentemit kollaborativenNotizen auf einemEduPad.UmPhasen der
KonzentrationbeimLernenzufördern,erweist sichz.B.diePomodoro-
Technik als effektiv.
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DigitaleGr"ben pr"gen digitale Bildung.
Wer sich überhaupt digital bilden kann, ist abhängig von digitalen
Gräben. Geografie ist der relevanteste digitale Graben. Global gesehen
braucht es in ersterLinieZugang:Ohne technologischenZugangkeine
Digital Skills. Aber Zugang alleine reicht nicht: Nach Angaben von
Wikimedia aus dem Jahr 2018 kennen viele Menschen mit Internet-
ZugangWikipedianicht (inBrasilien sindesnur39%der Internet-User,
inIndien33%,inNigeria27%).Hinzukommt,dassinvielenLänderndie
technische Infrastruktur kaum ausreicht, um zuverlässigen Internetzu-
gangzuhaben,dassderZugangzensiert istodernureinSmartphonezur
Verfügung steht, mit dem nur limitierte Anwendungenmöglich sind.
NebenGeografie undKultur sind andere digitaleGräben relevant:
ZumBeispielBildungsstand,Technikaffinität, Interesse anPartizipation,
Alter, Geschlecht, Einkommen, Persönlichkeit, Behinderung. Das Bil-
dungsniveauprägtentscheidend,wiesouveränundkompetentMenschen
Technologie einsetzen.Einkommenentscheidet invielenLändernüber
Zugang zu digitalen Medien. Mädchen mit Technikinteresse gelten
weiterhin als Ausnahme. Introvertierte geben onlinemehr preis als off-
ZehnThesen zuBildungundDigitalisierung 143
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Titel
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Untertitel
- Einwürfe und Provokationen
- Autoren
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Herausgeber
- Bert te Wildt
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Oldenburg
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Kategorie
- Technik