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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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1–DerBlick zurück M!ndliche und schriftliche Pr!fungen Ich unterrichte an einer Handelsschule mit langer Tradition. Im Moment diskutieren wir Lehrerinnen und Lehrer basisdemokratisch darüber,wieundobdie Schule ,bringyourowndevice‘ einführen soll: Die Schülerinnen und Schüler müssten künftig private Rechner oder Tablets in die Schule mitbringen, die dann im Unterricht umfassend genutztwerden sollten. ImFokusderDiskussionen stehen insbesondere die organisatorischen und didaktischenKonsequenzen dieser Entwick- lung. Ein zentralesProblemstellen indenGesprächenüberdieNeuerung die Prüfungsmodalitäten dar:Wird der Unterricht mit digitalen End- gerätenundNetzzugang bestritten, so erscheint es als konsequent, auch Prüfungen unter diesenBedingungen durchzuführen.GesetzlicheVor- gaben, institutionelleGepflogenheitenundErwartungenvonLernenden wieauchvonihrenElterngebenhingegenvor,dass aneinerPrüfungdie individuelle Leistung einer Schülerin oder eines Schülers gemessen und mit denen anderer verglichen werden muss. Jede sinnvolle Form von Netzzugang erlaubt aber Kommunikation. Es kann nicht sichergestellt werden,dass dieGeprüften ihreErgebnisseohneHilfe erarbeitet haben. Darausergibt sicheinDilemma:EntwedermüssenSchülerinnenund Schüler für Prüfungen auf die im Unterricht eingesetzten medial ge- stützten Arbeitsformen verzichten, oder die heutigen Prüfungsmodali- täten verhindern die Einführung vonMethoden, die in Berufen und Ausbildungsgängen, auf welche die Schule die Lernenden vorbereiten, selbstverständlich sind. DasDilemmaunddieanstehendeVeränderungderUnterrichtskultur führen zu heftigenAuseinandersetzungen.Diese hat einGeschichtsleh- rer, der lange auch das Schularchiv betreut hat, kürzlich vor demKol- legiummitdemHinweiskommentiert,gegenEndedes19. Jahrhunderts sei an der Schule intensiv diskutiert worden, ob schriftliche Prüfungen sinnvoll seien.SchriftlichePrüfungenstelltendamalseineNeuerungdar: Etabliertwaren bis dahinmündliche Prüfungen.Die erfahrenenLehrer hätten sich damals über jüngereKollegen lustig gemacht, die schriftlich prüfenwollten. IhrerAnsicht nach prüfe ein souveräner Lehrermünd- lich. Schriftliche Prüfungen seien ein Zeichen von Unsicherheit und würdenÄrger verursachen,weil Antworten undBewertung imNach- hinein verglichenwerdenkönnten. PhilippeWampfler154
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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