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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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Wissenschaftler in einem wirtschaftlich attraktiven Bereich wie bei- spielsweise Artificial Intelligence (AI oderKI), kannman sich auf her- vorragendeAngebote vonUnternehmen einstellen.Das hat die folgen- schwere Auswirkung auf Academia, dass zunehmend mehr Wissenschaftler ausderunabhängigenForschungabwandern(University WorldNews2018). Selbst inderWissenschaftwird schonvondem ,AI Brain Drain‘ gesprochen (Kunze 2019). Allerdings werden schon seit längerer Zeit nicht mehr nur AI-Spezialisten aus der unabhängigen Forschungslandschaft abgeworben. Beispielhaft steht hier die Person ThomasR. Insel.Voreinigen Jahrenwechselte InselvonseinerPosition alsDirektordesrenommiertenNational InstituteofMentalHealth (NIMH) ins SiliconValley, umdiedamaligeAlphabet-TochterVerilymit seinem Know-how zu unterstützen.Mittlerweile arbeitet er als Vize-Präsident imBereichdesDigitalPhenotypingbeiderFirmaMindstrongHealth.Ein großesZiel desDigital Phenotyping ist es,mitApp-Tracking-Techno- logien auf dem Smartphone die Versorgung von psychiatrischen Pati- entenzuverbessern,eineGeschäftsidee,indieinzwischenauchJeffBezos vielGeldinvestiert.IneinemArtikeldesTech-MagazinsWired findetsich folgendeAussagevonThomasR.InselüberseineBeweggründe,NIMH zu verlassen: „I spent 13 years at NIMH really pushing on the neuro- science andgeneticsofmental disorders, andwhen I lookbackon that I realize thatwhile I think I succeeded at getting lots of really cool papers published by cool scientists at fairly large costs – I think $20 billion – I don’t thinkwemoved the needle in reducing suicide, reducing hospit- alizations, improvingrecoveryforthetensofmillionsofpeoplewhohave mental illness… I hold myself accountable for that.“ (Rogers 2017). Zusätzlich gibt er an, einen„entrepreneurial itch“ entwickelt zuhaben. Ich kann seine Argumentation nachvollziehen, mir erscheint in der Wissenschaftvielesbehäbigundüberreguliert zu sein. InDeutschland ist einer derGründe für die Inflexibilität auch imBeamtentumzu suchen. Fürmich ist es wenig nachvollziehbar, warum einHochschulprofessor heutzutageverbeamtetseinmuss.DiesführtmeinerAnsichtnachzueiner geringenDurchlässigkeit zwischenWirtschaft und Forschung, die aber durchaussynergetischeEffektehabenkönnte.Gernewirdformuliert,dass gerade dasBeamtentumunabhängigesArbeiten ermöglicht.DieserGe- danke ist sicherlich zutreffend. Auf der anderen Seite kann das Beam- tentumauch schläfrigmachen. Es sollte über ein allgemein gültigesBe- lohnungssystem für erfolgreiches Arbeiten an den Hochschulen nachgedachtwerden, auchwennklar ist, dasswissenschaftlicheLeistung DerHunger nachTalent imSiliconValley 169
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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