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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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rahmen stabil bleiben, woranwiederum jeder in ihnen bürgerlich eta- blierteAkteurseinInteressehat.UnbefristetbeschäftigteDozierendesind mithin strukturellNormalitätsprofiteure. ImFallederdigitalenTransformation,die zu reflektierendenAnlass dieses Textes bildet, spitzt sich dieses Strukturproblem der Lebenser- wartungsdifferenz der Zukunftsagenten und der Zukunftsakteure er- heblich zu.Die Erfahrungsdifferenz desGrossteils der heute unbefristet beschäftigtenDozierendenandenHochschulen imGegenüber zu ihren Studierenden ist in bestimmter Hinsicht, aber auch zugleich in allge- meiner: erheblicher, tiefgreifender, umfassender als sie es früher im GegenüberandererGenerationenwar.Eskannzugestandenermassengar keinen Zweifel daran geben, dass es in der Vergangenheit auch schon ausserordentlich grosse Differenzen zwischen den Zukunftsagentinnen und -agenten und denZukunftsakteurinnen und -akteuren gab, insbe- sondere in derNeuzeit, während der Jahrzehnte der industriellenRe- volutionen (Osterhammel 2016, 909–957) oder auch in der Zeit des Durchbruchs desWohlfahrtsstaates in den1960er Jahren (Frei 2008). DieErfahrungsraumdifferenzzwischendenälterenGenerationen,die ihre Primärsozialisation in den deutschsprachigen Ländern in einem Zeitalter der Nicht-Digitalität erfahren haben (ungefähr bis zum Ge- burtsjahrgang 1990, in regionaler Differenz) und denen, die in ihrer spätenPubertät undAdoleszenz von einemdigitalenAlltagmassgeblich bestimmtwordensind,ist immens.ZurGrenzbestimmungkannmansich auf dieMarkteinführung des iPhones im Jahre 2007 beziehen, die das WWW und zum technologischen Kern aller Jugendkultur ubiquitär machte, denn bald zogen billigere Konkurrenten nach. Die 1991 Ge- borenen waren 2007 16 Jahre alt, also in einem Alter, in dem man selbstständigeKauf-undKulturentscheidungen spätestensvorzunehmen vermag. Es liesse sich gewiss gut argumentieren, dass diese Generatio- nenkluft zwischenden imAnalogozän sozialisiertenMenschenundden Angehörigen desDigitalozäns schon früher aufzusuchen ist.Netzarbei- ternwiedemAutorundwahrscheinlichdergeneigtenLeserinoderdem Leser, war die digitale Arbeit schon seitMitte der 90er Jahre alltäglich. Vielleicht ist aber die späte, konservative Epochenannahme, die auf die Ubiquität desNetzzugangs abhebt, verlässlicher,wenn es umStandard- bestimmungen geht. ÜberdiematerialeDifferenzvonAnalogozänundDigitalozänmuss hier vielleicht nicht viel geschrieben werden, man dekliniere nur die Bereiche der eigenen Lebenspraxis, um die Differenzen zumarkieren. Dabei befindet sich die die digitaleTransformation seit Jahren in expo- Quoante 179
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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