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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? - Einwürfe und Provokationen
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neue superschnelle Transformation derWelt zu finden und ihr in der akademischenBildungsrealitätGeltungzuverschaffen,umdiees jetzt im Folgenden gehen soll: der digitalen Transformation, der zeitversetzten Disruption aller Gewohnheiten, zeitlich gestaffelt je nach Beharrungs- kraft des gesellschaftlichen Subsystems, nach demMuster desDomino- prinzips. Bevor es jedoch zu einer Differenzierung dieser digitalen Heraus- forderung speziell des Systems der tertiärenLehre kommt, soll auf zwei weitereFaktorenhingewiesenwerden,dieeinerangemessenraschenund tiefgreifenden Veränderung und Anpassung des Hochschulsystems im Wege stehen. Die Grundfaktoren des allgemeinen Hochschulsystems, seine Ge- bäudeundderenStruktur,derenEinrichtung,dieUnterrichtsformen,die ErwartungenanDozierendeundStudierende, seinekanonischenInhalte sind in den letzten sicher 50 Jahren, sektoral aber länger, mehr oder weniger unberührt geblieben.Nur die dafür gesetztenZiele und einige pädagogische Ideenhaben sichetwasverändert, Inhaltselementewurden gestrichenoder ergänzt.Aber es ist jedenfalls seit derBildungsexpansion Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre bis heutemehr oderweniger das gleiche Spiel geblieben, so wie sich der Fußball entwickelt hat, aber immernochFußball ist.DieseArtvonHochschulewirdheutedurchdie umfassendedigitaleRevolutiongrundlegend inFragegestellt.Niemand konnte darauf vorbereitet sein oder darauf vorbereitet werden. Das Ausmass der nötigen personalen, organisatorischen und baulichenVer- änderungenerscheintunabsehbargross, die seit 20 Jahren immerwieder in Teilbereichen administrativ erzwungenen Anpassungen erschienen defensiv, oft ohne gestalterische Leitidee, ohne Vision und Einsicht in einenGesamtprozess, getragennurvonwenigenSpezialistenundhaben kaumeinenDozierendenalsZuwachsanArbeitsqualitätüberzeugt.Nach derStabilisierungderanfänglichauchnochlangeZeitwenigfunktionalen Lehrverwaltungs- undE-Learning-Tools (zurKritik vgl.Demantowsky 2015), vermagman immerhinGewöhnungseffekte an einen Stand von digitalerTechnologiefestzustellen,denesschonseitmindestens15Jahren gibt, der inzwischen allerdings einfach besser funktioniert. Diese halbherzigenundoftmals ungeeignetenVersuche der univer- sitärenVerwaltungenangemessenzureagieren,oftmalsnurmotiviertund durch die Geldgeber angeschoben im Blick auf Einsparpotentiale von Personalkosten, haben eine grundsätzlicheAbwehrhaltung, eineResili- enz verstärkt, deren Hauptanliegen es ist, die gelernten Routinen der tertiären Lehre zu bewahren und die gesellschaftlich längst tiefgreifend MarkoDemantowsky182
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Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen? Einwürfe und Provokationen
Titel
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Untertitel
Einwürfe und Provokationen
Autoren
Marko Demantowsky
Gerhard Lauer
Robin Schmidt
Herausgeber
Bert te Wildt
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Oldenburg
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-11-067326-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
206
Schlagwörter
Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
Kategorie
Technik
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